17 March 2026, 00:06

Gestohlener Bierkrug kehrt nach 48 Jahren ins Münchner Hofbräuhaus zurück

Ein Plakat einer Frau in traditioneller bayerischer Tracht, die zwei Bier-füllte Gläser hält und lächelt, mit Text und einem weißen Hintergrund.

Gestohlener Bierkrug kehrt nach 48 Jahren ins Münchner Hofbräuhaus zurück

Gestohlener Bierkrug kehrt nach fast einem halben Jahrhundert nach München zurück

Ein englischsprachiger Tourist hatte den Krug 1976 aus dem Hofbräuhaus entwendet, doch nun schickte er 20 Euro als Wiedergutmachung. Die geständige Nachricht traf zusammen mit dem Geld ein, das nun einer lokalen Kinderhilfsorganisation zugutekommt.

Der Vorfall ereignete sich 1976, als ein Besucher im berühmten Hofbräuhaus heimlich einen traditionellen Bierkrug in seine Tasche steckte. Jahrzehnte später schickte der unbekannte Tourist 20 Euro an das Wirtshaus – als verspätete Entschädigung. Warum der Diebstahl damals geschah und was den Geldsegen jetzt auslöste, blieb im Brief unerklärt.

Dies ist nicht der erste Fall eines zurückgegebenen Krugs. Das Hofbräuhaus schätzt, dass zwischen 2021 und 2025 etwa 1.200 gestohlene Krüge persönlich zurückgebracht wurden. Weitere 15.000 Fälle wurden finanziell ausgeglichen, oft im Rahmen von Amnestie-Kampagnen für Diebe. Kooperationen mit Plattformen wie eBay halfen zudem, verschwundene Stücke wiederzubeschaffen.

Obwohl nicht jeder fehlende Krug dokumentiert wird, sind Diebstähle so häufig, dass das Hofbräuhaus Sicherheitsvorkehrungen getroffen hat. Drei- bis viermal im Jahr treffen ähnliche Briefe oder zurückgesandte Krüge ein. 2020 schickte sogar eine Amerikanerin einen Krug zurück, den sie 1965 aus dem Platzl-Biergarten entwendet hatte.

Die 20 Euro aus dem aktuellen Fall fließen an die Initiative Bunte Münchner Kindl, die bedürftigen Kindern hilft. Das Hofbräuhaus leitet solche Zahlungen oft an gemeinnützige Projekte weiter, statt das Geld einzubehalten.

Aus einem jahrzehntealten Diebstahl wird so eine kleine Geste der Nächstenliebe. Zwar betrachtet das Hofbräuhaus gestohlene Krüge als gelegentliche Plage, doch dank Kampagnen und öffentlicher Mithilfe kehrten Tausende im Laufe der Jahre zurück. Vorerst setzt das Wirtshaus weiterhin auf Sicherheit – und hin und wieder auf ein schlechtes Gewissen –, um seine Krüge dort zu halten, wo sie hingehören.

Quelle