Großbritannien plant Patenprogramm für Geflüchtete nach kanadischem Vorbild
Lukas FrankeGroßbritannien plant Patenprogramm für Geflüchtete nach kanadischem Vorbild
Die britische Innenministerin Shabana Mahmood hat neue Pläne vorgestellt, nach denen Unternehmen und Universitäten Geflüchtete bei ihrer Ankunft in Großbritannien unterstützen sollen. Die Programme starten mit begrenzten Teilnehmerzahlen und umfassen strenge Zulassungskriterien, um Missbrauch zu verhindern.
Im Rahmen der Reformen sollen vertrauenswürdige Organisationen – darunter Universitäten, Kirchen, Gemeinschaftsgruppen und später auch Arbeitgeber – als Paten für Geflüchtete fungieren. Die Sponsoren werden den Neuankömmlingen helfen, Unterkünfte, Arbeitsplätze und weitere Unterstützung nach ihrer Ankunft zu organisieren.
Das Innenministerium wird mit dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) zusammenarbeiten, um die Eignung der Bewerber zu prüfen. Alle Antragsteller durchlaufen vor der Einreise Sicherheitsüberprüfungen. Noch in diesem Jahr soll ein Sponsoring-Programm für Universitäten starten, die ersten Geflüchteten werden jedoch frühestens 2027 erwartet.
Ein separates Arbeitsprogramm für Arbeitgeber ist für nächstes Jahr geplant. Das neue System orientiert sich am kanadischen Modell der privaten Patenschaften und sieht strenge Obergrenzen vor, um eine kontrollierte und schrittweise Aufnahme zu gewährleisten.
Nächste Woche wird die Regierung ein neues Einwanderungsgesetz vorlegen. Dieses enthält verschärfte Regelungen zu Menschenrechts- und modernen Sklaverei-Ansprüchen, um vermeintliche Schlupflöcher zu schließen.
Die Maßnahmen zielen darauf ab, neue legale Wege für Geflüchtete zu schaffen, während gleichzeitig bestehende Vorschriften straffer gefasst werden. Die sponsernden Organisationen sollen eine zentrale Rolle bei der Integration der Ankömmlinge spielen. Die ersten Teilnehmer des Programms werden voraussichtlich nicht vor 2027 nach Großbritannien einreisen.
