Grüner Co-Chef Banaszak wirbt mit feministischem Ansatz um Männer – doch die Skepsis bleibt
Amelie WeberGrüner Co-Chef Banaszak wirbt mit feministischem Ansatz um Männer – doch die Skepsis bleibt
Felix Banaszak, Co-Vorsitzender der deutschen Grünen, wirbt für einen neuen feministischen Ansatz – einen, der Männer explizit mit einbezieht. Sein Argument: Starre Geschlechterrollen schadeten allen, nicht nur Frauen. Zuletzt versuchte er in einem Playboy-Interview zu Beginn dieses Jahres, junge Männer für das Thema zu gewinnen.
Vor zwanzig Jahren stieß die Idee, dass Männer traditionelle Männlichkeitsbilder infrage stellen, noch auf weniger Widerstand. Der Fußballtorwart Tim Wiese trug damals ohne größere Kritik pinkfarbene Kleidung bei Spielen. Doch heute ist die Debatte komplexer geworden.
2010 veröffentlichten 21 grüne Politiker ein Manifest mit dem Titel „Männer, gebt Macht ab! Es lohnt sich.“ Darin forderten sie Männer auf, über ihre Privilegien nachzudenken und sich für Gleichberechtigung einzusetzen. Sven Lehmann, einer der Initiatoren, ist heute der Meinung, die Partei solle diese Botschaft mit mehr Wertschätzung für Männer verbinden.
Aktuelle Wahldaten unterstreichen die Spaltung: Bei der letzten Bundestagswahl stimmten junge Männer unter 24 mehrheitlich für die rechtsextreme AfD, während junge Frauen eher linksliberale Parteien wählten. Der AfD-Politiker Maximilian Krah rief in einem Video vor der Europawahl 2024 „abgehängte“ junge Männer dazu auf, sich „nach rechts“ zu orientieren.
Banaszaks Versuche, diese Gruppe zu erreichen, stoßen auf Skepsis. Der Bundesfrauenrat der Grünen, ein parteiinternes Gremium, hinterfragte seine Forderung nach einer „Männerpolitik“. Selbst Banaszak räumt ein, dass sein Ansatz unsichere 18-Jährige, die sich von Krahs Rhetorik angezogen fühlen, kaum überzeugen wird. Sein in Pink gestrichenes Büro bleibt ein stilles Symbol für seine Haltung.
Die Diskussion über die Rolle von Männern im Feminismus bleibt umstritten. Banaszaks Initiativen spiegeln einen strategischen Wandel wider, doch der Widerstand hält an – innerhalb und außerhalb seiner Partei. Die Herausforderung, junge Männer für Geschlechterthemen zu gewinnen, bleibt vorerst ungelöst.






