Happel und Nocker prägen die Wiener Theaterszene mit mutigen Projekten
Die Wiener Theaterszene wird in den kommenden Wochen von zwei herausragenden Schauspielerinnen geprägt: Maria Happel und Paula Nocker. Beide bereiten sich auf bedeutende Aufführungen vor, die nicht nur künstlerisch, sondern auch persönlich neue Akzente setzen.
Mit ihren Projekten unterstreichen sie einmal mehr ihren Einfluss auf die österreichische Kulturlandschaft – auch wenn ihre direkte und unangepasste Art immer wieder für Gesprächsstoff sorgt. Maria Happel steht kurz vor der Premiere von Der heilige Falstaff am Wiener Burgtheater, einer Produktion, die als weiterer Höhepunkt ihrer Karriere gilt. Für diese Rolle geht die Schauspielerin sogar so weit, ein Tattoo als Teil ihrer Figur zu tragen – ein Zeichen für ihre intensive Auseinandersetzung mit der Rolle. Die 60-Jährige, die vor einigen Jahren zur Österreicherin des Jahres gekürt wurde, lebt seit über drei Jahrzehnten in Wien und fühlt sich als echte Wienerin, auch wenn sie offiziell nur die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt. Diese Tatsache schließt sie von der Teilnahme an österreichischen Wahlen aus, ein Umstand, der sie jedoch nicht davon abhält, die Stadt künstlerisch mitzugestalten.
Happel ist bekannt dafür, negative Kritik entweder nicht zu lesen oder schlichtweg ignorieren – eine Haltung, die sie mit ihrer Kollegin Paula Nocker teilt. Diese arbeitet derzeit an der Koproduktion Mythen des Alltags, einem gemeinsamen Projekt des Volkstheaters und der Wiener Festwochen. Nocker betont zwar, dass sie jede Rückmeldung für berechtigt hält, solange sie respektvoll vorgetragen wird, doch beide Schauspielerinnen verbinden eine langjährige Geschichte des gegenseitigen Respekts. Dennoch führt ihre direkte Art gelegentlich zu Reibungen, ohne jedoch ihre professionelle Zusammenarbeit zu beeinträchtigen. Die anstehenden Projekte von Maria Happel und Paula Nocker zeigen, wie vielfältig und lebendig die Wiener Theaterszene bleibt. Während Happel mit Der heilige Falstaff einmal mehr ihre künstlerische Bandbreite unter Beweis stellt, setzt Nocker mit Mythen des Alltags auf eine innovative Koproduktion zwischen zwei bedeutenden Kulturinstitutionen.
Beide Frauen beweisen damit nicht nur ihr handwerkliches Können, sondern auch ihre Fähigkeit, die Theaterlandschaft der Stadt nachhaltig zu prägen – ganz gleich, ob mit oder ohne Wahlrecht.






