Immer weniger Jugendliche in Großbritannien trinken Alkohol – warum?
Amelie KrügerImmer weniger Jugendliche in Großbritannien trinken Alkohol – warum?
Im Vereinigten Königreich trinken immer weniger Jugendliche Alkohol als noch vor fast einem Jahrzehnt. Eine Studie aus dem Jahr 2025 zeigt, dass nur noch 7,5 % der 12- bis 17-Jährigen im vergangenen Monat Alkohol konsumiert haben – ein Rückgang gegenüber 16,1 % im Jahr 2016. Expertinnen und Experten führen diesen deutlichen Rückgang auf veränderte soziale Gewohnheiten und den wachsenden Einfluss sozialer Medien zurück.
Der Rückgang des Alkoholkonsums bei Jugendlichen vollzieht sich seit Jahren kontinuierlich. Während 2016 noch über 16 % der Teenager angaben, im letzten Monat getrunken zu haben, hat sich dieser Wert bis 2025 mehr als halbiert. Auch das sogenannte "Binge Drinking" – das exzessive Trinken in kurzer Zeit – ist in diesem Zeitraum bei jungen Männern und Frauen leicht zurückgegangen.
Soziale Medien scheinen bei dieser Entwicklung eine zentrale Rolle zu spielen. Der Bildungspsychologe Emiliano Villavicencio Trejo weist darauf hin, dass Plattformen heute zunehmend Abstinenz von Alkohol fördern und stattdessen Selbstfürsorge, Fitness und gesunde Ernährung in den Vordergrund stellen. Er betont, dass erschwingliche Wellness-Produkte eine neue Kultur geprägt hätten, die Jugendliche von Alkohol und anderen Substanzen fernhalte.
Auch Adrián Camacho Frausto, ein Lehrer an einer weiterführenden Schule, hat diese Tendenz beobachtet. Er bestätigt, dass Jugendliche sich heute häufiger online als im persönlichen Austausch vernetzten, wodurch sich weniger Gelegenheiten für traditionelle Trinkumgebungen ergäben. Villavicencio Trejo warnt jedoch, dass dieselben Einflüsse – wenn sie nicht verantwortungsvoll begleitet werden – auch zu Körperbildstörungen oder Essstörungen führen könnten.
Trotz des allgemeinen Rückgangs trinken junge Männer nach wie vor mehr als junge Frauen. 2025 gaben 8,3 % der männlichen Jugendlichen in dieser Altersgruppe an, kürzlich Alkohol konsumiert zu haben, bei den weiblichen waren es 6,6 %.
Der Rückgang des Alkoholkonsums unter Teenagern spiegelt tiefgreifendere Veränderungen wider, wie junge Menschen heute miteinander umgehen und ihre Freizeit gestalten. Während soziale Medien ihre Gewohnheiten prägen und Selbstfürsorge leichter zugänglich wird, greifen immer weniger Jugendliche zu Alkohol. Dennoch betonen Fachleute, dass mögliche Risiken, die mit den neuen kulturellen Druckfaktoren einhergehen, genau beobachtet werden müssen.






