Irans Sängerinnen kämpfen trotz Verbot und Verfolgung um ihre Stimme
Seit der Islamischen Revolution 1979 unterliegt Musik im Iran massiven Beschränkungen, besonders für Frauen, die singen oder Instrumente spielen. Das Regime hat weder die Kleidungsfreiheit noch das Recht von Frauen auf Gesang jemals offiziell garantiert, sodass beide Themen weiterhin tabuisiert und hochsensibel bleiben. Sängerinnen im Iran sind weiterhin schweren Einschränkungen und gezielter Verfolgung ausgesetzt. Die Cyberpolizei Irans und die Nachrichtenorganisation der Revolutionsgarden gehen systematisch gegen sie vor, um sie zum Schweigen zu bringen. Die Behörden üben eine strenge Kontrolle über die künstlerische Entfaltung von Frauen aus und ahnden Regelverstöße mit harten Strafen.
Viele Musikerinnen versuchen dennoch, ihre Kunst durch geheime Auftritte und Online-Plattformen zu verbreiten. Eintrittskarten und Veranstaltungsorte werden diskret über Apps wie Telegram weitergegeben, da geheime Konzerte für sie überlebenswichtig geworden sind. Eine dieser Künstlerinnen, die junge Sängerin Parastoo Ahmadi, veröffentlichte unzensierte Auftritte offen im Internet und wurde dafür zu Peitschenhieben, einem achtjährigen Ausreiseverbot und einem Berufsverbot verurteilt. Eine weitere Sängerin, Mahsa, wurde mit nur 21 Jahren nach einem Auftritt bei einer Privatfeier festgenommen. Die Polizei demütigte sie mit sexuellen und geschlechtsspezifischen Beleidigungen. Die Repression gegen Musikerinnen hält an, ohne dass es einen rechtlichen Schutz ihrer Rechte gibt. Trotz aller Risiken setzen sich viele weiter für ihre künstlerische Freiheit ein, doch die Unterdrückung durch die Behörden bleibt ungebrochen.
