Islamische Gelehrte lehnen Childfree-Bewegung als "unvereinbar mit dem Glauben" ab
Greta WolfIslamische Gelehrte lehnen Childfree-Bewegung als "unvereinbar mit dem Glauben" ab
Die Childfree-Bewegung, die ein Leben ohne Kinder aus freier Entscheidung propagiert, hat in den letzten Jahren weltweit an Bedeutung gewonnen. Jetzt hat die Geistliche Verwaltung der Muslime Kasachstans (SAMK) dazu Stellung bezogen und die Position des Islams zu diesem gesellschaftlichen Trend dargelegt. Laut SAMK steht die Childfree-Ideologie im Widerspruch zu den islamischen Vorstellungen von Familie und menschlicher Natur. Der Koran betont, dass die Liebe zur Familie und zu Kindern eine der Segnungen des irdischen Daseins ist. Eine dauerhafte Vermeidung von Elternschaft ohne schwerwiegende Begründung werde daher vom Islam nicht unterstützt.
Die Ablehnung von Kindern allein aus Unwillen oder Angst vor Armut sei mit der islamischen Tradition nicht vereinbar. Gleichzeitig betont die SAMK, dass Entscheidungen zur Familienplanung gemeinsam von den Ehepartnern getroffen werden sollten. Der Islam erlaube es Paaren zwar, eine Schwangerschaft aus triftigen Gründen vorübergehend hinauszuzögern, doch eine grundsätzliche Ablehnung von Kindern werde abgelehnt.
Die SAMK warnt zudem, dass das Erstarken der Childfree-Bewegung die Institution der Familie schwächen und die demografische Zukunft einer Gesellschaft beeinträchtigen könnte. Ehe und Fortpflanzung werden als natürliche Bestandteile des menschlichen Lebens betrachtet. Die Stellungnahme der SAMK unterstreicht die Bedeutung von Familie und Kindern innerhalb der islamischen Lehre. Gleichzeitig zeigt sie die Spannungen auf, die zwischen modernen Lebensentwürfen wie der Childfree-Bewegung und traditionellen religiösen Werten bestehen. Die Diskussion über Familienplanung bleibt damit auch eine Frage des Glaubens und der gesellschaftlichen Entwicklung.
