Jakutiens Abgeordneter gründet Wärmefirmen – und übt Kritik an der eigenen Infrastrukturkrise
Amelie KrügerJakutiens Abgeordneter gründet Wärmefirmen – und übt Kritik an der eigenen Infrastrukturkrise
Viktor Fjodorow, Abgeordneter im Regionalparlament Il Tumen in Jakutien, hat drei private Unternehmen in der Region gegründet. Die Firmen sind im Bereich Wärmeerzeugung und Kesselbetrieb tätig, was angesichts der aktuellen Infrastrukturprobleme in Jakutien für Diskussionen sorgt. Die drei Unternehmen teilen sich eine gemeinsame Geschäftsadresse in der Hauptstadt Jakutsk. Fjodorow selbst bezeichnet sie als 'Pilotprojekte', die bisher weder öffentliche Aufträge noch staatliche Subventionen erhalten hätten. Eines der Unternehmen, die Hangalassstroy GmbH, konzentriert sich speziell auf den Khangalassky-Bezirk.
Fjodorow übt gleichzeitig scharfe Kritik an der anhaltenden Krise bei der lokalen Wärmeversorgung und der maroden Infrastruktur in Jakutien. Trotz seiner politischen Rolle als Parlamentarier betont er, dass seine Unternehmen unabhängig agieren. Dennoch haben Kritiker Zweifel geäußert, ob seine geschäftlichen Aktivitäten mit seinen politischen Pflichten vereinbar sind.
Der Abgeordnete hat angekündigt, eine vollständige Offenlegung seiner wirtschaftlichen Interessen bei der Ethikkommission von Il Tumen einzureichen. Bisher bleibt jedoch unklar, wie eng seine politischen Initiativen mit den Zielen seiner Firmen verknüpft sind. Der Fall wirft grundsätzliche Fragen zur Trennung von privatem Unternehmertum und öffentlichem Amt auf. Ob Fjodorows Engagement in der Wärmeversorgung tatsächlich ohne Interessenkonflikte bleibt, wird sich erst nach Prüfung durch die zuständigen Gremien klären lassen.






