KNDS stockt Produktionskapazitäten auf – und setzt auf VW- und Mercedes-Werke
Lukas FrankeKNDS stockt Produktionskapazitäten auf – und setzt auf VW- und Mercedes-Werke
Europäischer Rüstungskonzern KNDS baut Produktionskapazitäten aus, um steigende militärische Nachfrage zu bedienen
Der europäische Rüstungshersteller KNDS erweitert seine Produktionskapazitäten, um den wachsenden Bedarf der Streitkräfte zu decken. Das Unternehmen verhandelt derzeit über den Kauf oder die Anmietung von Werken der Konzern Volkswagen und Mercedes-Benz in Deutschland. Diese Schritte folgen auf die jüngste Übernahme eines Standorts von Alstom sowie eine geplante Investition in Höhe von einer Milliarde Euro.
Im vergangenen Jahr hatte KNDS das Alstom-Werk in Görlitz übernommen. Nun prüft das Unternehmen weitere Übernahmen, um die Produktion auszubauen. Ein mögliches Ziel ist das Volkswagen-Werk in Osnabrück, wo die Fertigung 2027 eingestellt werden soll. Volkswagen bestätigte, man lotse „tragfähige Perspektiven“ für den Standort aus.
Zudem führt KNDS Gespräche mit Mercedes-Benz über das Werk in Ludwigsfelde. Der Automobilhersteller plant, die Produktion des Sprinter-Transporters bis 2030 nach Jawor in Polen zu verlagern, wodurch die Zukunft des deutschen Standorts ungewiss wird. Eine mögliche Lösung sieht vor, Teile der Anlage an KNDS zu verpachten, um dort militärische Fahrzeuge zu fertigen.
Die Expansion erfolgt vor dem Hintergrund stark steigender Aufträge europäischer Armeen. Allein Deutschland könnte in den kommenden Monaten bis zu 3.000 gepanzerte Radfahrzeuge vom Typ Boxer ordern. KNDS strebt an, zusätzliche Kapazitäten zu sichern, um die wachsende Nachfrage nach Panzern und militärischem Transportmaterial zu bedienen.
Die geplante Investition von einer Milliarde Euro soll in neue Fertigungsstraßen und Modernisierungen fließen. Die Verhandlungen mit Volkswagen und Mercedes-Benz könnten KNDS langfristig wichtige Standorte für die Rüstungsproduktion sichern. Diese Maßnahmen passen sich den wachsenden Verteidigungsanforderungen Europas sowie den strukturellen Veränderungen in der Automobilindustrie an.






