Kolumbiens Wahlkampf wird zum Fußball-Duell um die Zukunft des Landes
Kolumbiens Präsidentschaftswahl nimmt eine ungewöhnliche Wendung – mit dem Fußball im Mittelpunkt
Der linksgerichtete Senator Iván Cepeda hat vorgeschlagen, dass Kolumbien sich um die Austragung einer FIFA-Weltmeisterschaft bewerben solle – und daraus ein zentrales Wahlkampfversprechen gemacht. Sein Konkurrent, der rechtsextreme Kandidat Abelardo de la Espriella, hat sich derweil das Trikot der Nationalmannschaft als Wahlkampfsymbol zu eigen gemacht.
Cepeda ging zwar als Favorit in den Wahlkampf, unterlag jedoch in der ersten Runde am 31. Mai gegen de la Espriella. Dennoch trieb er die Idee einer WM-Bewerbung voran und argumentierte, diese könnte die Nation einen. Gegner warfen ihm vor, es handele sich um einen verzweifelten Versuch, vor der Stichwahl am 21. Juni wieder an Zuspruch zu gewinnen.
Der Fußball dominiert die Wahlkampfdebatte: De la Espriellas Nutzung des Nationaltrikots als Symbol war zunächst verboten worden, doch das Oberste Gerichtshof erlaubte sie später. Unterdessen kam es zu Protesten, nachdem die Regierung von Gustavo Petro den Sportetat gekürzt hatte – viele Athleten blieben dadurch ohne Förderung.
Eine aktuelle Atlas-Intel-Umfrage sieht de la Espriella mit 52 Prozent der Stimmen vorne, während Cepeda bei 44 Prozent liegt. Kolumbiens Geschichte mit der WM verleiht der Diskussion zusätzliches Gewicht: Das Land ist bis heute die einzige Nation, die sich als Gastgeber zurückzog – es sagte die Austragung des Turniers 1986 ab.
Die Stichwahl am 21. Juni wird entscheiden, wer Kolumbiens nächster Präsident wird. Der Fußball hat den Wahlkampf geprägt – von Cepedas WM-Plänen bis zu de la Espriellas Trikot-Symbolik. Das Ergebnis wird zeigen, ob das Land die Bewerbung um das Turnier weiterverfolgt oder andere Prioritäten setzt.






