Konservative Denkfabrik Republik 21 erhält überraschend staatliche Millionenförderung
Lukas FrankeKonservative Denkfabrik Republik 21 erhält überraschend staatliche Millionenförderung
Konservativer Thinktank Republik 21 erhält ab 2026 staatliche Förderung
Die in München ansässige konservative Denkfabrik Republik 21 (R21) erhält seit 2026 staatliche Mittel – ein bemerkenswerter Kurswechsel für die Organisation, die sich zuvor gegen öffentliche Finanzierung politisch ausgerichteter NGOs ausgesprochen hatte. Die Gruppe kann nun bis zu 500.000 Euro an Bundesgeldern für ihre Projekte beantragen.
R21 wurde 2021 gegründet, genießt Gemeinnützigkeit und widmet sich der politiknahen Forschung. Zu ihrem Kuratorium zählen der Historiker Andreas Rödder und die ehemalige Familienministerin Kristina Schröder (beide CDU). Unterstützung erhält die Denkfabrik auch von prominenten CDU-Politikern wie Jens Spahn, dem Fraktionsvorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, der sich 2025 für eine staatliche Förderung von R21 einsetzte.
Anfang Mai 2026 wurde Nils Hesse, ein regelmäßiger Autor für R21, in eine Führungsposition im Bundeswirtschaftsministerium unter Ministerin Katharina Reiche (CDU) berufen. Hesse hatte zuvor für die Denkfabrik kritische Analysen zur deutschen Energiewende verfasst.
Gleichzeitig gibt es Kritik: Ein von der Kampagnenorganisation Campact in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten kommt zu dem Schluss, dass R21 trotz fehlender Parteistruktur wie eine politische Partei agiere. Von Campact beauftragte Experten argumentieren zudem, dass die parteiliche Ausrichtung die Organisation von der Vergabe öffentlicher Gelder ausschließen könnte.
Trotz der Bedenken profitiert R21 nun von erheblicher staatlicher Unterstützung – eine Entscheidung, die auf politische Rückendeckung aus der CDU/CSU zurückgeht. Die Frage, inwieweit die Denkfabrik mit Parteinteressen verknüpft ist, bleibt jedoch ungeklärt.






