Lübecks stummes Mahnmal: Wie ein Brandanschlag 1996 die Stadt für immer veränderte

Lübecks stummes Mahnmal: Wie ein Brandanschlag 1996 die Stadt für immer veränderte
Ein Mahnmal in Lübeck erinnert an die Opfer eines tödlichen Brandanschlags vom 18. Januar 1996. In der Hafenstraße 52 kamen bei dem Feuer zehn Menschen ums Leben, viele weitere wurden verletzt. Das von einheimischen Steinmetzen gestaltete Denkmal steht als stille Mahnung an die Tragödie und den anhaltenden Kampf für die Menschenrechte.
Der Anschlag ereignete sich in den frühen Morgenstunden des 18. Januar 1996, als ein Molotow-Cocktail in ein Wohngebäude geworfen wurde, in dem hauptsächlich Geflüchtete lebten. Zehn Menschen starben, Überlebende erlitten schwere Verletzungen. Die Tat erschütterte die Stadt und lenkte die bundesweite Aufmerksamkeit auf die Gefahren von Fremdenfeindlichkeit.
Im Mai 2000 wurde erstmals ein Gedenkstein in der Nähe des ursprünglichen Tatorts enthüllt. Gefertigt von der Lübecker Firma Natursteinwolf, besteht er aus zwei im rechten Winkel verbundenen Granitplatten, die eine zerstörte Gebäudeecke symbolisieren. Die unbearbeiteten Kanten verweisen auf den Verlust und die Zerstörung durch den Anschlag. Die Vorderseite trägt eine Inschrift, die der Opfer gedenkt und die Frage aufwirft, warum die Täter bis heute unbekannt geblieben sind. 2014 wurde das Mahnmal an einen neuen Standort auf der anderen Straßenseite verlegt. Die überarbeitete Gedenkstätte umfasst eine gepflasterte Fläche aus verschiedenen Natursteinen als Zeichen internationaler Solidarität. Bänke aus rotem Granit laden zum Innehalten ein. Das in vierter Generation geführte Unternehmen Natursteinwolf, bekannt für handwerkliche Präzision, stiftete Entwurf und Bau des Denkmals.
Das Mahnmal bleibt ein Ort des Gedenkens und ein Appell, die Menschenrechte zu verteidigen. Es bewahrt das Andenken an die Opfer und mahnt, sich weiterhin für den Schutz Geflüchteter einzusetzen. Die Stadt erhält die Stätte als Raum der stillen Besinnung und der Aufklärung.

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