"Mai ohne Mähen" bringt mehr Artenvielfalt in deutsche Städte und Gemeinden
Amelie Krüger"Mai ohne Mähen" bringt mehr Artenvielfalt in deutsche Städte und Gemeinden
Immer mehr deutsche Städte und Gemeinden beteiligen sich an der Aktion "Mai ohne Mähen"
Die Initiative ruft Bewohner:innen und lokale Behörden dazu auf, Grasflächen bis Ende Mai ungemäht zu lassen. Erste Ergebnisse zeigen einen spürbaren Anstieg der biologischen Vielfalt – in einigen Gebieten wurden bis zu 30 Prozent mehr Pflanzen- und Insektenarten dokumentiert.
Die Kampagne gewinnt an Fahrt: Bis März 2026 haben sich rund 150 Kommunen offiziell angeschlossen. Großstädte wie München, Berlin und Hamburg verzeichnen Erfolge, ebenso wie Regionen wie Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Aber auch kleinere Orte wie Anklam und Grambow unterstützen das Projekt.
Artenreiche Wiesen als Klimaschützer Blütenreiche Grasflächen spielen eine zentrale Rolle bei der Speicherung von Kohlendioxid als organische Substanz im Boden. Im Gegensatz zu intensiv gepflegten Rasenflächen erweisen sich diese Wiesen als widerstandsfähiger gegen Dürreperioden. Längeres Gras hält Feuchtigkeit besser – das spart Bewässerung und übersteht Trockenphasen effektiver.
Forschungen bestätigen, dass artenreiche Wiesen den Klimawandel deutlich besser meistern als monotone Grasflächen. Intensiv genutzte Rasenflächen sterben bei Extremwetter oft ab und müssen teuer neu angesät werden. Gleichzeitig gedeihen in ungemähten Bereichen Kräuter wie Schafgarbe, Löwenzahn und Spitzwegerich – sie fördern die Gesundheit von Nutztieren und veredeln sogar Geschmack von Milch und Käse.
Kritik an mangelndem Schutz Trotz dieser Vorteile steht Deutschland in der Kritik, Niederungs- und Bergwiesen unzureichend zu schützen. Durch intensive Bewirtschaftung sind bereits rund 18.000 Hektar dieser Lebensräume in Naturschutzgebieten verschwunden.
Die Aktion "Mai ohne Mähen" breitet sich weiter aus – mit messbaren Fortschritten für die Artenvielfalt in den teilnehmenden Gebieten. Durch weniger Mähen helfen Gemeinden, dürreresistente Wiesen zu erhalten und Ökosysteme zu stärken. Gleichzeitig lenkt die Initiative den Blick auf die größeren Herausforderungen: den Schutz von Graslandschaften angesichts des Klimawandels und der EU-Naturschutzgesetze.






