Mainz kämpft um die Einführung der Gelben Tonne – Plan für 2027 wackelt
Amelie KrügerMainz kämpft um die Einführung der Gelben Tonne – Plan für 2027 wackelt
Mainz ringt um Einführung der "Gelbe Tonne" – Plan für 2027 in der Schwebe
Die Stadt Mainz erlebt immer wieder Rückschläge bei ihren Plänen, ein System mit der "Gelben Tonne" für Verpackungsmüll einzuführen. Ursprünglich für 2027 vorgesehen, steht das Vorhaben nun vor ungewisser Zukunft – bedingt durch rechtliche und logistische Hürden. Bürger und Verantwortliche sind uneins über mögliche Vor- und Nachteile des Modells.
2019 hatten die Mainzer Stadträte beschlossen, das bestehende System der gelben Säcke durch die "Gelbe Tonne" zu ersetzen. Ziel war es, die Verschmutzung durch herumliegende oder aufgerissene Müllsäcke zu verringern, die derzeit alle zwei Wochen bei der Abholung vermehrt auftreten. Bereits 2018 hatte das Umweltbundesamt jedoch gewarnt, dass Tonnensysteme im Vergleich zu Säcken zu mehr Fehlwürfen führen könnten.
Der aktuelle Vertrag der Stadt mit dem Entsorgungsunternehmen BellandVision läuft Ende 2024 aus. Doch die Verhandlungen über eine Verlängerung stocken – auch weil BellandVision die Einführung der Tonne ablehnt. Das Unternehmen argumentiert, dies könnte den Restmüllaufkommen erhöhen und die Emissionen steigern. Unterdessen hat die Kommunale Abfallwirtschaft Mainz (KAW) eine neue Rahmenrichtlinie erlassen, um alternative Anbieter anzuziehen.
Ein Gericht stoppte kürzlich den Umstieg mit der Begründung, dass ein neues System nur mit einem Vollservice-Modell eingeführt werden dürfe. Ohne diese Regelung müssten Anwohner ihre Tonnen möglicherweise selbstständig an die Straße bringen und zurückstellen. Zudem könnten Hauseigentümer durch die geplanten Änderungen zusätzliche Kosten tragen.
Bisher gibt es keine Daten dazu, wie sich ähnliche Systeme in anderen deutschen Städten auf die korrekte Mülltrennung ausgewirkt haben. Diese Wissenslücke verstärkt die Unsicherheit über die Mainzer Pläne.
Die Einführung der "Gelben Tonne" bleibt vorerst ausgesetzt, während die Stadt nach einem passenden Anbieter sucht. Sollte das Modell kommen, wäre es ein Einschnitt in der Mainzer Abfallwirtschaft. Bis dahin bleiben die Bürger bei den gelben Säcken – und die Verantwortlichen müssen die nächsten Schritte abwägen.






