Mexikanische Lehrer nutzen WM 2026 für massiven Protest gegen Rentendreform
Lukas FrankeMexikanische Lehrer nutzen WM 2026 für massiven Protest gegen Rentendreform
Tausende Lehrer der mexikanischen Coordinadora Nacional de Trabajadores de la Educación (CNTE) halten seit Tagen einen unbefristeten Streik im historischen Zentrum von Mexiko-Stadt ab. An den Protesten beteiligen sich rund 10.000 Pädagogen, die die globale Aufmerksamkeit der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 nutzen wollen, um Forderungen nach Arbeits- und Rentendreformen voranzutreiben. Mit Transparenten, T-Shirts und mehrsprachigen Materialien bereiten sie sich darauf vor, ihre Botschaft an internationale Besucher und Medien zu richten.
Hauptforderung der CNTE ist die Abschaffung des Rentengesetzes von 2007, das ein System individueller Altersvorsorgekonten einführte. Die Lehrer lehnen die aktuelle Rentenberechnung auf Basis der Unidad de Medida y Actualización (UMA) ab, da diese ihrer Ansicht nach Rentnern keine ausreichende Absicherung biete. Zudem fordern sie Lohnerhöhungen, die Rücknahme von Bildungsreformen sowie grundlegende Änderungen im Rentensystem.
Die Gewerkschaft hat ein Protestcamp in der Hauptstadt eingerichtet und plant keine direkten Aktionen im Aztekenstadion während des WM-Eröffnungsspiels. Stattdessen will sie die mediale Berichterstattung über das Turnier nutzen, um auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen. Die Lehrer kooperieren dabei mit anderen sozialen Bewegungen, darunter Angehörige der 43 verschwundenen Studenten von Ayotzinapa, Mütter, die nach vermissten Familienmitgliedern suchen, Verkehrsarbeiter, Bauern und Studentengruppen.
Verstärkung erhalten die Proteste durch die Coordinadora Estatal de Trabajadores de la Educación de Guerrero (CETEG), die zusätzliche Kontingente nach Mexiko-Stadt entsendet. Zudem hat die CNTE ein Gespräch mit Präsidentin Claudia Sheinbaum beantragt, um ihre Forderungen direkt zu verhandeln.
Das Protestcamp bleibt bestehen, während die Lehrer weiterhin auf politische Veränderungen drängen. Durch die Zusammenarbeit mit anderen gesellschaftlichen Gruppen will die CNTE den Druck auf die Regierung während der Weltmeisterschaft aufrechterhalten. Ihre Strategie setzt auf internationale Aufmerksamkeit, um die Forderungen nach Rentendreform, Lohnerhöhungen und der Rücknahme von Bildungspolitik zu verstärken.






