Mexikos Asylanträge brechen ein – Rückkehr zu Zahlen von 2019
Mexikos Asylantragszahlen sinken nach Jahren der Rekordhochs stark
Die monatlichen Asylanträge in Mexiko sind auf ein Niveau zurückgegangen, wie es zuletzt Anfang 2019 zu beobachten war. Der Rückgang markiert eine deutliche Abkehr von den Spitzenjahren 2020 bis 2025, in denen die Anträge regelmäßig über 4.000 pro Monat lagen.
Zwischen Oktober 2020 und August 2025 bearbeitete die mexikanische Flüchtlingshilfekommission Comar (Comisión Mexicana de Ayuda a Refugiados) monatlich über 4.000 Asylgesuche. Den Höchststand erreichte der Oktober 2021 mit 17.980 Anträgen. Doch bis Januar 2026 sanken die Zahlen auf 3.711 – fast auf dem Niveau von Januar 2019, als 3.937 Anträge registriert wurden.
Im ersten Quartal 2026 gingen 10.205 neue Gesuche ein, ein Rückgang um 41 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2024. Im letzten Quartal 2025 verzeichnete Comar 11.944 Anträge, knapp 10 Prozent weniger als im Vorquartal. Mehr als die Hälfte dieser Antrage stammte aus dem Süden Mexikos, insbesondere aus Tapachula.
Stand 30. Juni 2025 lebten 172.237 Asylsuchende in Mexiko. Haitianer machten mit 30 Prozent den größten Anteil aus, gefolgt von Kubanern (22 Prozent), Honduranern (nahezu 14 Prozent) und Venezolanern (rund 9 Prozent). Von ihnen waren 168.518 offiziell als Flüchtlinge anerkannt. Viele haben sich in Mexiko-Stadt und Umgebung niedergelassen, doch die Integration gestaltet sich aufgrund fehlender gültiger Aufenthaltstitel weiterhin schwierig.
Der Rückgang der Asylanträge deutet auf eine Rückkehr zu den Trends vor 2020 hin. Die Grenzregionen im Süden bearbeiten nach wie vor den Großteil der Neuanträge, während städtische Zentren vor anhaltenden Herausforderungen bei der Unterstützung von Geflüchteten stehen. Angesichts der stabilisierten Zahlen dürften die Behörden ihren Fokus nun auf die Bearbeitung ausstehender Fälle und die Überwindung von Integrationshürden legen.






