Mexikos Justiz entschuldigt sich für Versagen im Fall des verschwundenen Julio César
Amelie KrügerMexikos Justiz entschuldigt sich für Versagen im Fall des verschwundenen Julio César
Die Generalstaatsanwaltschaft von Mexiko-Stadt (FGJ) hat sich am Mittwoch öffentlich bei der Familie von Julio César Cervantes Cabañas entschuldigt. Der 22-Jährige verschwand im September 2021, sein Leichnam wurde erst über zwei Jahre später gefunden. Die Entschuldigung erfolgte nach einer offiziellen Empfehlung der Menschenrechtskommission der Hauptstadt (CDHCM).
Julio César Cervantes Cabañas wurde am 20. September 2021 im Stadtbezirk Álvaro Obregón vermisst. Sein Körper wurde im Januar 2024 auf den Straßen von Coyoacán entdeckt und in das Institut für Rechtsmedizin der Stadt Mexiko (INCIFO) gebracht. Dennoch warteten die Behörden elf Monate, bevor sie die Familie informierten.
Die Entschuldigung wurde im Hauptsitz der CDHCM von Omar Guadalupe Gutiérrez Lozano überbracht, dem Koordinator für Rechtsfragen und Menschenrechte der FGJ. Er vertrat Generalstaatsanwältin Bertha Alcalde Luján, die der Veranstaltung fernblieb. Gutiérrez Lozano räumte ein, dass die Behörde die Familie von Julio während seines Verschwindens und nach seinem Tod nicht ausreichend unterstützt habe.
Laura Cabañas, Julios Mutter, nahm die Entschuldigung an, forderte jedoch tiefgreifende Reformen innerhalb der FGJ. Sie beschrieb das Erlebte als ein „doppeltes Verschwinden“ – einmal physisch, einmal behördlich. Die Entschuldigung ging auf die Empfehlung 09/2025 der CDHCM zurück, die eine Aufarbeitung der Fehlbehandlung des Falls verlangte.
Die Entschuldigung der FGJ stellt ein offizielles Eingeständnis der Versäumnisse in Julios Fall dar. Seine Familie wartet nun auf konkrete Veränderungen, um zu verhindern, dass ähnliche Fehler andere Opfer treffen. Der Fall bleibt ein erschütterndes Beispiel für Verzögerungen und institutionelle Vernachlässigung bei der Aufklärung von Vermisstenfällen.






