09 May 2026, 12:06

Mozarts Così fan tutte wird in Wiesbaden zum interaktiven Sozialexperiment

Plakat für das zweite Programm der Sinfonieorchester Teneriffa, das Mozarts Symphonie Nr. 2 in D-Moll, Op. 63, mit zwei Geigern im Vordergrund und einem Gebäude im Hintergrund zeigt.

Mozarts Così fan tutte wird in Wiesbaden zum interaktiven Sozialexperiment

Das Staatstheater Wiesbaden wagt in dieser Spielzeit einen kühnen Neuanfang mit Mozarts Così fan tutte. Regie führt Marie-Ève Signeyrole, die die klassische Oper als Echtzeit-Beziehungsstudie neu inszeniert – und die Bühne in eine immersive Kunstschule verwandelt, in der das Publikum selbst Teil des Geschehens wird. Karten für diese ungewöhnliche Aufführung kosten lediglich 10 Euro.

Signeyroles Produktion bricht die gewohnten Grenzen zwischen Darstellern und Zuschauern auf. Die Oper beginnt hinter der Bühne, wo Kostüme, Wege und Blicke das Publikum noch vor dem offiziellen Start in die Handlung ziehen. Die Bühne selbst ist als Kunstschule gestaltet, in der die Besucher als Studierende agieren – als Beobachter, manchmal sogar als Mitgestalter des sich entfaltenden Dramas.

Im Mittelpunkt des Experiments stehen 20 junge Paare zwischen 18 und 35 Jahren. Opernerfahrung ist nicht erforderlich, gefragt sind stattdessen Mitmachbereitschaft und vielleicht ein Quäntchen Humor. Die Regisseurin will sowohl Publikum als auch Darsteller verunsichern und sie dazu bringen, zu hinterfragen, was von Treue und Liebe übrig bleibt, wenn Beziehungen auf die Probe gestellt werden.

Statt einer klassischen Inszenierung zwingt diese Version von Così fan tutte die Oper, sich selbst zu hinterfragen. Signeyroles Ansatz entledigt sich aller Fassade und legt schonungslos die rohen, oft unangenehmen Wahrheiten über Vertrauen, Treue und menschliche Verbindungen offen.

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Die Produktion verwandelt Mozarts Komödie in ein lebendiges Sozialexperiment, bei dem das Publikum eine aktive Rolle übernimmt. Indem das Staatstheater Wiesbaden die Distanz zwischen Bühne und Zuschauern aufhebt, fordert es Darsteller und Besucher gleichermaßen heraus, sich auf eine selten da gewesene Weise mit der Oper auseinanderzusetzen. Das Ergebnis verspricht, ebenso zum Nachdenken anzuregen wie zu unterhalten.

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