Neue Wehrerfassung spaltet Deutschland: Proteste, Bußgelder und ein Spiel über Kriegsalltag
Amelie WeberNeue Wehrerfassung spaltet Deutschland: Proteste, Bußgelder und ein Spiel über Kriegsalltag
Deutschlands neue Wehrerfassung löst Debatten und Widerstand aus
Seit Beginn des Jahres 2024 müssen junge Männer, die am oder nach dem 1. Januar 2008 geboren wurden, einen Fragebogen ausfüllen. Die Maßnahme ist Teil eines umfassenderen Plans, die Zahl der aktiven Soldaten der Bundeswehr bis 2035 auf 255.000 zu erhöhen.
Die Linke veranstaltete kürzlich ein Anti-Wehrpflicht-Festival, das sich gezielt an Jugendliche richtete. Heidi Reichinnek, Vorsitzende der Bundestagsfraktion der Partei, sprach die Teilnehmer an und fragte, wer freiwillig gekommen sei. Gleichzeitig rief sie zum Widerstand gegen die Erfassung auf.
Bis Anfang Mai hatten etwa ein Viertel der Betroffenen den Fragebogen noch nicht ausgefüllt – ihnen drohen nun Bußgelder. Aktuell zählt die Bundeswehr knapp 186.000 aktive Soldatinnen und Soldaten und erreicht damit ihr Mindestziel für 2026. Aufgrund begrenzter Kapazitäten werden vorerst nur Freiwillige zur ersten Bearbeitung einberufen.
Unter den Festivalbesuchern war auch Prisca, die mit einer Freundin This War of Mine spielte – ein Spiel, in dem es darum geht, Überlebende in einer zerstörten Stadt durch den Alltag zu führen. Der ehemalige Soldat Daniel Lücking hatte zuvor als Offizier in Afghanistan in der Einheit für „operative Kommunikation“ der Bundeswehr gedient.
Das Erfassungssystem ist nun aktiv, bei Nichteinhaltung sind Strafen möglich. Das langfristige Ziel der Bundeswehr bleibt eine deutliche Aufstockung des Personals. Kritische Gruppen äußern weiterhin Bedenken gegenüber dem Verfahren und seinen Folgen.






