Neues EES-System revolutioniert Einreisekontrollen im Schengen-Raum
Deutschland hat ein neues digitales System zur Erfassung von Reisenden eingeführt, die in den Schengen-Raum ein- und ausreisen. Das Einreise-/Ausreisesystem (EES) erfasst biometrische Daten in Echtzeit und ersetzt die bisherige Praxis der Passstempel. Behörden zufolge soll es die Sicherheit erhöhen und die Überwachung von Überziehungen der Aufenthaltsdauer effizienter gestalten.
Das EES sammelt Gesichtsbilder, Fingerabdrücke und Passdaten von Drittstaatsangehörigen. Diese Informationen werden in einer zentralen EU-Datenbank gespeichert, sodass Behörden Identitäten schneller überprüfen und Betrug leichter erkennen können. Zudem soll das System Besucher identifizieren, die länger als erlaubt im Schengen-Raum bleiben.
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann erklärte, das EES stärke die Kontrolle des Flugverkehrs und ergänze die verschärften Maßnahmen an den Landgrenzen. Er betonte, dass ein wirksamer Schutz der Außengrenzen essenziell sei, um die Freizügigkeit innerhalb des Schengen-Raums zu erhalten.
An großen deutschen Flughäfen wie Nürnberg und Memmingen werden jährlich über drei Millionen Ein- und Ausreisen in den Schengen-Raum abgewickelt. Allein der Flughafen Nürnberg verzeichnete 2025 mit rund 4,5 Millionen Passagieren einen Rekord. Allerdings liegen für 2023 keine konkreten Zahlen zu den über das EES erfassten Drittstaatsangehörigen vor, da das System zu diesem Zeitpunkt noch nicht in Betrieb war.
Das neue System ersetzt manuelle Passstempel durch automatisierte biometrische Kontrollen. Die Behörden erwarten dadurch eine Steigerung der Sicherheit bei gleichzeitig effizienteren Grenzabfertigungen. Das EES ist nun ein zentraler Baustein der EU-Strategie zur besseren Steuerung der Außengrenzen.