Neues Gesetz soll Österreichs Gender-Pay-Gap von 17,6 Prozent verkleinern
Lukas FrankeNeues Gesetz soll Österreichs Gender-Pay-Gap von 17,6 Prozent verkleinern
Österreich will die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen mit einem neuen Gesetz verringern. Der aktuelle Gender-Pay-Gap liegt bei 17,6 Prozent, wobei Frauen selbst nach Anpassungen für Teilzeitarbeit und Branchenunterschiede im Schnitt sechs Prozent weniger verdienen als Männer. Arbeitsministerin Korinna Schumann hat nun einen Gesetzentwurf vorgelegt, der Unternehmen zu mehr Transparenz verpflichten soll. Der österreichische Entwurf sieht vor, dass Firmen mit 100 oder mehr Beschäftigten alle drei Jahre einen Lohnbericht erstellen müssen. Größere Unternehmen mit 250 oder mehr Mitarbeitenden wären sogar jährlich dazu verpflichtet. Die neuen Regeln basieren auf der EU-Richtlinie zur Lohntransparenz, die der EU-Rat bereits im April 2023 verabschiedet hat, um Lohndiskriminierung zu bekämpfen.
Laut dem Gesetzentwurf müssen Arbeitgeber korrigierende Maßnahmen ergreifen, sobald die Lohnlücke fünf Prozent übersteigt – sofern es dafür keine geschlechterneutrale Begründung gibt. Die geplante Regelung soll Unternehmen dazu drängen, ungerechtfertigte Gehaltsunterschiede zu beheben. Bisher haben Österreich und die meisten anderen EU-Länder die Vorgaben der Richtlinie jedoch noch nicht umgesetzt. Mit dem Vorstoß reagiert die Bundesregierung auf die anhaltende Ungleichheit bei den Einkommen. Sollte der Entwurf in Kraft treten, würden Unternehmen stärker in die Pflicht genommen, Lohnunterschiede offen zu legen und abzubauen. Ob die Maßnahmen ausreichen, um den Gender-Pay-Gap nachhaltig zu verringern, bleibt abzuwarten.






