Peaches rockt das Donaufestival: Provokation, Power und queere Selbstbestimmung
Amelie KrügerPeaches rockt das Donaufestival: Provokation, Power und queere Selbstbestimmung
Peaches’ Auftritt beim Donaufestival in Krems hinterließ ein begeistertes und fasziniertes Publikum. Die 57-jährige Künstlerin, bekannt für ihren frechen und kompromisslosen Stil, bot ein Programm, das persönliche Freiheit und queere Selbstbestimmung feierte. Ihr aktuelles Album No Lube So Rude setzt eine 26-jährige Karriere fort, in der sie mit expliziten, körperbejahenden Hymnen Grenzen sprengt.
Mit ihrer typisch provokanten Haltung betrat Peaches die Bühne – ein Schamhaar-Toupet über den Brustwarzen geklebt. Ihr Auftritt war genauso aufrüttelnd wie ihre Musik: Songs wie Fuck the Pain Away von ihrem Debütalbum aus dem Jahr 2000 oder neuere Titel wie Fuck Your Face und Hanging Titties füllten den Raum. Ihre Texte und ihre Performance drehten sich um weibliche Körper, Sexualität und unerschütterliche Autonomie, während die Menge Sprüche wie „Das ist mein Körper, meine Entscheidung, meine Titten“ skandierte.
Auf dem Höhepunkt der Show explodierte ein nicht näher definiertes Körperteil auf der Bühne und steigerte den Schockeffekt ihres Auftritts. Ein mittelalter Mann im Publikum wirkte zunächst irritiert, seine Miene eine Mischung aus Überraschung und Befremden. Doch im Laufe der Show wich seine Zurückhaltung immer mehr Begeisterung – ein Spiegel für die wachsende Euphorie des Publikums.
In der Presseerklärung zu ihrem Album wird Peaches als „postmenopausale Queer-Ikone“ beschrieben. Seit Jahrzehnten schafft sie Musik, die Normen herausfordert. Ihr furchtloses Eintreten für Sexualität und Selbstausdruck hat sie zu einer Pionierin der LGBTQ+-Emanzipation gemacht.
Am Ende stand ein restlos begeistertes Publikum, dessen Jubel die Wertschätzung für Peaches’ unzensierte Kunst zum Ausdruck brachte. Ihre Fähigkeit, gleichermaßen zu schocken und zu inspirieren, ist auch nach fast drei Jahrzehnten ungebrochen. Die Besucher des Donaufestivals nahmen eine klare Botschaft mit: die kompromisslose Aneignung des eigenen Körpers und der eigenen Identität.






