15 May 2026, 11:03

Perus Feministinnen kämpfen gegen Streichung des Feminizid-Begriffs aus dem Gesetzbuch

Eine Frau in einem weißen Sari hält ein Mikrofon, während sie zwischen einer Gruppe von Menschen im Freien steht, mit einem Metallzaun, Topfpflanzen, einem Gebäude, einem Baum und dem Himmel im Hintergrund.

Perus Feministinnen kämpfen gegen Streichung des Feminizid-Begriffs aus dem Gesetzbuch

Vor dem Justizpalast in Peru brachen diese Woche Proteste aus, als feministische Gruppen einen umstrittenen Gesetzesentwurf scharf verurteilten. Die von der evangelikalen Abgeordneten Milagros Jáuregui vorgebrachte Initiative zielt darauf ab, den Begriff Feminizid aus dem Strafgesetzbuch des Landes zu streichen. Demonstrantinnen und Demonstranten versammelten sich zum Widerstand und warnten, dass die Änderung den Schutz von Frauen schwächen würde.

Der von Jáuregui eingebrachte Entwurf sieht vor, Feminizid-Fälle künftig entweder als einfachen oder qualifizierten Totschlag einzuordnen. Sie argumentiert, Feminizid sei ein ideologisches Etikett und solle stattdessen als Partnertötung bezeichnet werden. Kritikerinnen und Kritiker hingegen befürchten, dass damit die spezifische Natur geschlechtsspezifischer Tötungsdelikte geleugnet würde.

Die von feministischen Organisationen wie Manuela Ramos und Flora Tristán organisierten Protestierenden hielten vor dem Gerichtsgebäude eine Mahnwache ab. Rufe wie „Das ist kein Mord, das ist Feminizid“ und „Ohne Gerechtigkeit gibt es keine Demokratie“ hallten durch die Luft. Unter den Demonstrierenden befand sich auch Aydeé Suárez, deren Tochter Teresa Villafuerte einem Feminizid zum Opfer fiel. Suárez nannte den Entwurf „abscheulich, grausam, erneut victimisierend und gewalttätig“.

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Auch die Nationale Koordinatorin für Menschenrechte schlug Alarm und bezeichnete den Vorschlag als schweren Rückschritt für die Frauenrechte. Die Warnung kommt zu einer Zeit, in der Peru mit einer steigenden Zahl geschlechtsspezifischer Gewalt konfrontiert ist. 2025 wurden im Land 133 Feminizide registriert – im Schnitt elf pro Monat. Bis Anfang 2026 waren bereits mindestens 42 weitere Fälle gemeldet worden.

Der Entwurf stößt auf wachsenden Widerstand von Aktivistinnen, Aktivisten und Menschenrechtsorganisationen. Sollte er verabschiedet werden, würde Feminizid nicht mehr als eigenständiges Verbrechen gelten – mit potenziell weitreichenden Folgen für die Ermittlung und Verfolgung solcher Taten. Die Debatte spiegelt die anhaltenden Spannungen um geschlechtsspezifische Gewalt und rechtlichen Schutz in Peru wider.

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