Pfändungsschutz: 350.000 Konten betroffen – Banken versagen bei Freibeträgen
Amelie WeberPfändungsschutz: 350.000 Konten betroffen – Banken versagen bei Freibeträgen
Die Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung (AG SBV) hat gravierende Mängel bei deutschen Pfändungsschutzkonten (P-Konten) aufgedeckt. Betroffen sind zwischen 300.000 und 350.000 Konten, die monatlich von Pfändungsbeschlüssen betroffen sind. Die AG SBV macht dabei auf praktische und rechtliche Lücken im System aufmerksam. Banken setzen die gesetzlichen Freibeträge für P-Konten oft nicht schnell genug um. Stattdessen sperren sie automatisch alle Gelder auf den betroffenen Konten, sodass Kunden ihr Konto erst in ein P-Konto umwandeln müssen. Schuldnerberater:innen der Caritas Kempen-Viersen beobachten regelmäßig solche Verzögerungen.
Die Forderungen der AG SBV zielen darauf ab, einen faireren und verlässlicheren Zugang zu geschützten Geldern für Verschuldete zu gewährleisten. Simone Stahn-Florian fordert in diesem Zusammenhang klarere Vorgaben für Banken, bessere Zugänge zu Beratungsangeboten sowie konsequente Sanktionen bei Verstößen gegen Pfändungsverfahren.
Im Rahmen der Aktionswoche Schuldnerberatung vom 15. bis 19. Juni bietet Elisabeth Mankertz am Donnerstag, den 18. Juni, von 11 bis 12 Uhr eine Telefon-Sprechstunde an. Die Aktionswoche soll auf die Probleme im Pfändungssystem hinweisen und Betroffenen Unterstützung bieten. Durch die Initiativen der AG SBV und der Caritas wird der Druck auf Banken und Gesetzgeber erhöht, die Situation für Verschuldete zu verbessern.






