Pflegekrise: 22-Milliarden-Loch droht – wer zahlt die Zeche?
Deutschlands Pflegesystem steht vor massiven finanziellen Belastungen – mit einem erwarteten Defizit von 22 Milliarden Euro in den nächsten zwei Jahren. Gesundheitsministerin Nina Warken bereitet nun ein Sparpaket vor, um die Lücke zu schließen. Doch die geplanten Kürzungen stoßen bei Pflegeanbietern und Interessenvertretern auf scharfe Kritik.
Warkens Plan sieht mehrere Einsparmaßnahmen vor: So sollen Zuschüsse für stationäre Pflege später ausgezahlt werden, und die maximale Kostenübernahme für Heimbewohner wird nach viereinhalb Jahren auf 70 Prozent gedeckelt. Zudem könnten die Rentenansprüche von pflegenden Angehörigen halbiert werden.
Aktuell zahlen Heimbewohner im Schnitt 3.200 Euro pro Monat, wobei die staatlichen Zuschüsse mit der Zeit schrittweise steigen. Doch der Gesundheitsökonom Heinz Rothgang schätzt, dass sich durch die Verzögerung der Zuschüsse die Eigenbeteiligung um 161 Euro monatlich erhöhen würde. Über den gesamten Zeitraum von viereinhalb Jahren könnten auf die Bewohner so fast 20.000 Euro zusätzliche Kosten zukommen.
Andreas Storm, Vorstandschef der Krankenkasse DAK, fordert Warken auf, die Reformen zu überdenken. Er warnt, dass die Änderungen die bestehende Pflegekrise weiter verschärfen könnten. Die Ministerin will das vollständige Sparpaket bis Mitte Mai vorlegen.
Ziel der geplanten Reformen ist es, das Defizit der Pflegeversicherung zu verringern. Doch sie drohen, die finanzielle Belastung für Bewohner und ihre Familien weiter zu erhöhen. Falls umgesetzt, würden die Änderungen in den kommenden Jahren in Kraft treten und die Finanzierung der Langzeitpflege im Land grundlegend verändern.






