Reformpläne sollen 42 Milliarden Euro im Gesundheitssystem retten – doch Ärzte warnen vor Folgen
Lukas FrankeReformpläne sollen 42 Milliarden Euro im Gesundheitssystem retten – doch Ärzte warnen vor Folgen
Eine Regierungskommission hat weitreichende Reformen vorgeschlagen, um die finanzielle Belastung des deutschen gesetzlichen Krankenversicherungssystems (GKV) zu verringern. Unter der Leitung des Wirtschaftswissenschaftlers Wolfgang Greiner legte die Expertengruppe 66 Maßnahmen vor, mit denen bis 2027 mehr als 40 Milliarden Euro eingespart werden sollen. Die Empfehlungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem der GKV im kommenden Jahr ein Defizit von mindestens 15,3 Milliarden Euro droht.
Die von Greiner geleitete Fachkommission hatte zunächst Einsparungen von bis zu 17 Milliarden Euro gefordert. Im Abschlussbericht wurde dieses Ziel jedoch auf 42 Milliarden Euro bis 2027 ausgeweitet. Den größten Anteil – rund 19 Milliarden Euro – sollen Leistungserbringer wie Krankenhäuser und Ärzte durch gekürzte Vergütungen tragen.
Die Bundesärztekammer warnte, dass solche Kürzungen zu Millionen ausgefallener Patiententermine führen könnten. Gleichzeitig argumentierten die Krankenkassen, dass die Reformen die Beitragssätze bis 2027 stabilisieren oder sogar senken könnten.
Gesundheitsministerin Nina Warken plant nun, die Vorschläge in ein konkretes Maßnahmenpaket umzusetzen. Ihr Ziel ist es, das Defizit der GKV im nächsten Jahr ohne Beitragserhöhungen zu schließen. Greiner betonte, dass die Reformen scheitern würden, falls die Sätze dennoch stiegen.
Der Plan der Kommission setzt hohe Einsparziele an, wobei die Leistungserbringer die größten finanziellen Lasten tragen müssten. Sollten die Maßnahmen umgesetzt werden, könnten sie die Finanzierung des deutschen Gesundheitssystems grundlegend verändern – allerdings nur, wenn die Bundesregierung sie vollständig übernimmt. Die nächsten Schritte hängen davon ab, ob es Warken gelingt, die Empfehlungen bis zur Frist 2025 in politische Beschlüsse umzuwandeln.






