Republikaner wollen H-1B-Visum radikal reformieren – mit weitreichenden Folgen für Fachkräfte
Amelie KrügerRepublikaner wollen H-1B-Visum radikal reformieren – mit weitreichenden Folgen für Fachkräfte
Eine Gruppe republikanischer Abgeordnete hat einen Gesetzentwurf zur Reform des H-1B-Visumprogramms eingebracht. Der unter dem Namen American White-Collar Worker Jobs Act vorgestellte Vorschlag wird von dem texanischen Abgeordneten Chip Roy angeführt und zielt auf tiefgreifende Änderungen des aktuellen Systems ab.
Im Fokus steht das H-1B-Visum, das ausländischen Fachkräften die Arbeit in spezialisierten Positionen in den USA ermöglicht. Der Entwurf sieht die Streichung der sogenannten „Dual-Intent“-Regelung vor, die es Visuminhabern bisher erlaubt, während ihres Aufenthalts eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis anzustreben.
Nach den geplanten Änderungen müssten H-1B-Visuminhaber nachweisen, dass sie ihren Hauptwohnsitz im Heimatland beibehalten und keine Absicht haben, sich dauerhaft in den USA niederzulassen. Zudem würde die maximale Visumdauer von sechs auf zwei Jahre verkürzt.
Die Gesetzesvorlage würde das Auswahlverfahren reformieren, um Bewerber mit den höchsten Gehaltsangeboten zu priorisieren. Darüber hinaus soll das Optional Practical Training (OPT)-Programm für internationale Studierende abgeschafft werden.
Unterstützung erhält der Entwurf von Gruppen wie U.S. Tech Workers, dem Immigration Accountability Project und der Federation for American Immigration Reform (FAIR). Die Aussichten auf eine Verabschiedung gelten jedoch als gering – angesichts der knappen republikanischen Mehrheit im Repräsentantenhaus und des zu erwartenden Widerstands von Demokraten, gemäßigteren Republikanern und Wirtschaftskreisen.
Sollte das Gesetz verabschiedet werden, würde es strengere Auflagen für H-1B-Visuminhaber einführen, deren zulässigen Aufenthalt verkürzen und bestimmte Programme beenden. Zudem würde es die Auswahlkriterien für künftige Bewerber grundlegend verändern. Im Kongress steht der Vorschlag jedoch vor einer schwierigen Hürde.
