27 March 2026, 18:07

"Richi"-Meme löst Streit über Privatsphäre und Kommerz aus

Schwarze und weiße Werbung für Friedrich Steinfels in Zürich, die Bilder von Gebäuden, Menschen und Text zeigt.

"Richi"-Meme löst Streit über Privatsphäre und Kommerz aus

Ein langjähriger Schweizer Internet-Meme hat eine neue Debatte über Privatsphäre und kommerzielle Nutzung entfacht. Der "Richi"-Meme, der einen Jungen zeigt, der von einem Bagger fällt, begleitet vom panischen Ruf seines Vaters, ging 2010 nach seiner Veröffentlichung in einer Dokumentation viral. Nun hat sich die Familie Schömbächler gegen die unautorisierte Verbreitung in Liedern, Merchandise-Artikeln und sogar einem Kinderbuch ausgesprochen.

Der Meme entstand 2010 während der SRF-Serie "Auf und davon", die den Umzug der Familie Schömbächler nach Kanada begleitete. In einer Szene stürzt der junge Richi von einem Bagger, woraufhin sein Vater Hermann ruft: "Richi! I ha gseit, du söusch di guet häbe!" Der Ausschnitt erreichte über eine Million Aufrufe auf YouTube und wurde in der Schweiz zu einem kulturellen Phänomen.

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Mit der Zeit wurde der Meme zu kommerziellen Produkten verarbeitet – darunter Socken, Aufbügelmotive und ein Kinderbuch. 2022 veröffentlichte die Schweizer Band Stubete Gäng ein Lied mit dem Titel "Richi", in dem der originale Ruf zu hören ist. Der Song wurde populär, und sogar der Schweizer Eishockeyverband nutzte ihn als Torhymne.

Kürzlich äußerte die Familie Schömbächler Bedenken wegen der unberechtigten Verwendung ihrer Stimmen und ihres Bildes. Sie argumentierten, ihre Privatsphäre sei missachtet worden, obwohl sie versucht hätten, ihre Kinder aus der Öffentlichkeit herauszuhalten. SRF bestätigte, zwar teilweise Rechte an den Aufnahmen zu besitzen, räumte aber ein, dass der Familie persönliche Rechte an ihren Bildern und Stimmen zustehen.

Als Reaktion kündigte Stubete Gäng an, den Song ohne Hermann Schömbächlers Stimme neu aufzunehmen. Gleichzeitig erklärte Swissmeme, ein Unternehmen, das "Richi"-Themenartikel verkauft, es stehe mit SRF in Verhandlungen über die Nutzung der Aufnahmen. Der Protest der Familie hat nicht alle kommerziellen Aktivitäten gestoppt – so sind etwa ein Kartenspiel der Studenten Leon Schüep und Florens Moor weiterhin erhältlich.

Der Streit verdeutlicht die Spannung zwischen viralem Ruhm und persönlicher Privatsphäre. Die Einwände der Familie Schömbächler haben bereits zu Änderungen geführt: Der Eishockeyverband verzichtet mittlerweile auf den Song, und Stubete Gäng passt ihren Track an. Dennoch bleibt ungewiss, wie es mit dem Meme weitergeht, da weiterhin Merchandise im Umlauf ist.

Quelle