Russland verschärft mit Anti-Betrug 2.0 die Regeln gegen Cyberkriminalität
Greta WolfRussland verschärft mit Anti-Betrug 2.0 die Regeln gegen Cyberkriminalität
Russland hat mit einem Gesetzentwurf namens Anti-Betrug 2.0 neue Maßnahmen zur Bekämpfung von Cyberbetrug vorgestellt. Das Vorhaben zielt darauf ab, Banken und Telekommunikationsanbieter zur Verantwortung zu ziehen, wenn sie betrügerische Transaktionen nicht verhindern. Opfer könnten künftig Entschädigungen verlangen, falls die Institutionen Sicherheitsstandards nicht einhalten.
Die Initiative wurde von Vize-Ministerpräsident Dmitri Grigorenko auf dem Petersburger Internationalen Wirtschaftsforum (SPIEF) 2026 angekündigt. Die Regierung hatte das zweite Paket an Anti-Betrugsregeln bereits der Staatsduma vorgelegt, wo es im Februar 2026 in erster Lesung verabschiedet wurde.
Nach dem neuen Gesetz müssen Banken und Anbieter verdächtige Transaktionen nach einem klaren Verfahren erkennen. Kommen sie dieser Pflicht nicht nach und verliert ein Kunde dadurch Geld, kann das Opfer eine Erstattung in Höhe des gestohlenen Betrags beantragen. Allerdings gibt es keine pauschale Absicherung: Überweist eine Person trotz korrekter Warnungen durch die Institution freiwillig Geld an Betrüger, besteht kein Anspruch auf Entschädigung.
Der Entwurf sieht zudem weitere Schutzmaßnahmen vor, darunter die Kennzeichnung eingehender Auslandsanrufe sowie ein System zur strengeren Überwachung von Zahlungskartentransaktionen.
Das Anti-Betrug-2.0-Gesetz verlagert einen Teil der Verantwortung auf Finanz- und Telekommunikationsunternehmen. Opfer von Cyberbetrug erhalten damit klarere Möglichkeiten, verlorene Gelder zurückzufordern – vorausgesetzt, die beteiligten Institutionen haben ihre Sicherheitsverpflichtungen nicht erfüllt. Die Maßnahmen sind Teil einer umfassenden Strategie, um Finanzbetrug in Russland einzudämmen.






