Russlands Haushalte kämpfen mit explodierenden Nebenkosten bis zu 30 Prozent
Amelie KrügerRusslands Haushalte kämpfen mit explodierenden Nebenkosten bis zu 30 Prozent
In ganz Russland – auch in der Region Chabarowsk – steigen die Nebenkosten für Haushalte seit Jahresbeginn stark an. Zwar trat zum 1. Januar eine Mehrwertsteuererhöhung in Kraft, doch die tatsächlichen Preissprünge übersteigen die erwartete Anpassung bei Weitem. Viele Bewohner sehen sich nun mit Rechnungen konfrontiert, die bis zu einem Drittel höher ausfallen als zuvor.
Erst mit den Januarabrechnungen wurde das Ausmaß des Problems deutlich: Die Gebühren stiegen teils drastisch. Einige Haushalte melden Erhöhungen von über 30 Prozent, in Einzelfällen verdoppelten sich die Kosten im Vergleich zum Dezember. Besonders betroffen sind Verbraucher ohne individuelle Zähler – ihre Abrechnung basiert auf Durchschnittswerten, was die starken Steigerungen mitverursacht haben könnte.
Der Föderale Antimonopoldienst (FAS) hat die Problematik anerkannt und bestätigt, dass die Erhöhung der Mehrwertsteuer von 20 auf 22 Prozent nur die Besteuerung betrifft, nicht jedoch die staatlich regulierten Tarife selbst. Zwar wurde eine Tarifanpassung von 1,7 Prozent genehmigt, doch diese erklärt die deutlich höheren Preissprünge nicht. Trotz wachsender Besorgnis verweigert die FAS-Niederlassung in Chabarowsk bisher eine Stellungnahme und verweist darauf, noch auf Weisungen aus Moskau zu warten.
Als Reaktion hat der FAS nun Prüfungen eingeleitet, um zu klären, ob die Preiserhöhungen gerechtfertigt sind. Erste Kontrollen laufen bereits in der Region Tjumen und im Autonomen Kreis der Chanten und Mansen. In den kommenden Wochen sollen weitere Überprüfungen auf Sachalin, in der Region Pskow und in Udmurtien folgen.
Der FAS wird untersuchen, ob Versorgungsunternehmen ihre Kunden über die genehmigten Grenzen hinaus belastet haben. Sollten Verstöße festgestellt werden, könnten Korrekturmaßnahmen oder Strafen die Folge sein. Bis dahin müssen die Bewohner weiterhin mit unerwartet hohen Rechnungen leben – während sie auf die Ergebnisse der Ermittlungen warten.






