Sachsen-Anhalt verschärft Regeln für Architekten mit neuem Gesetzesentwurf
Greta WolfSachsen-Anhalt verschärft Regeln für Architekten mit neuem Gesetzesentwurf
Die Landesregierung von Sachsen-Anhalt hat einen Gesetzentwurf zur Novellierung des Architektengesetzes vorgelegt. Die geplanten Änderungen zielen darauf ab, die beruflichen Regelungen für Architekten und Stadtplaner zu modernisieren. Zu den zentralen Neuerungen gehören strengere Anerkennung ausländischer Abschlüsse, erweiterte Ausbildungsprogramme sowie digitale Verfahren für die Registrierung.
Nach dem neuen Entwurf könnten ausländische Architekten und Planer ihre Qualifikation bereits vor der Einreise nach Deutschland anerkennen lassen. Anders als in Bundesländern wie Bayern oder Nordrhein-Westfalen – wo die Anerkennung nach einem einheitlichen Bundesverfahren erfolgt – setzt Sachsen-Anhalt auf schärfere Prüfungen. Dazu zählen verpflichtende Eignungstests und höhere Sprachanforderungen, was die Bearbeitungszeiten verlängern und die Anerkennungquoten im Vergleich zu den derzeitigen 70 bis 80 Prozent in anderen Regionen senken könnte.
Auch die Ausbildungsprogramme werden angepasst. Akademische und berufliche Lehrgänge müssen künftig Kernfächer wie Baurecht, barrierefreies Gestalten und Klimafolgenanpassung abdecken. Zudem können Absolventen als Junior-Mitglieder in die Architektenkammer eintreten und so früher Berufserfahrung sammeln.
Der Entwurf führt digitale Antragsverfahren für Registrierungen und Meldungen beruflicher Tätigkeiten ein. Gleichzeitig werden die geschäftlichen Möglichkeiten erweitert: Architekten dürfen künftig in Rechtsformen wie der GmbH & Co. KG oder OHG arbeiten. Bei der Planung werden strengere Vorgaben für Biodiversität, Energieeffizienz und den Einsatz erneuerbarer Energien gelten. Soziale Prioritäten wie bezahlbarer Wohnraum und barrierefreier Zugang erhalten in öffentlichen Projekten mehr Gewicht.
Der Gesetzentwurf wurde offiziell dem Landtag zur Prüfung vorgelegt. Sollte er verabschiedet werden, werden die Reformen die Arbeitsweise von Architekten und Planern in Sachsen-Anhalt grundlegend verändern. Strengere Qualifikationskontrollen, aktualisierte Ausbildungsinhalte und digitale Prozesse sollen den Beruf an moderne Anforderungen anpassen. Gleichzeitig fördern die Änderungen nachhaltigere und sozial inklusivere Baupraktiken im gesamten Bundesland.






