Schienennetz verrottet, während Ölkonzerne Milliarden kassieren – wer zahlt die Zeche?
Lukas FrankeSchienennetz verrottet, während Ölkonzerne Milliarden kassieren – wer zahlt die Zeche?
Deutschlands Schienennetz kämpft mit massiven Finanzierungslücken – während Spritsubventionen die öffentlichen Haushalte belasten
Trotz jüngster Modernisierungen fehlt auf der Strecke Berlin–Hamburg weiterhin eine moderne digitale Signaltechnik – Grund sind knappe Budgets. Gleichzeitig profitieren Mineralölkonzerne von steigenden Preisen und Steuererleichterungen.
Allein im Jahr 2022 kostete die Spritpreisbremse die Steuerzahler über 3 Milliarden Euro. Die Maßnahme brachte jedoch keine nachhaltige Entlastung, da die Ölkonzerne einen Teil der Steuervorteile einbehielten. Eine weitere Steuerermäßigung, die nun in Kraft ist, wird voraussichtlich zusätzliche 1,6 Milliarden Euro verschlingen.
Zusätzliche Gewinne bescherte der Branche auch der Iran-Konflikt: Deutsche Ölunternehmen verbuchten dabei 2,4 Milliarden Euro an Windfall-Profit. Kritiker monieren, dass die Gelder sinnvoller in den Ausbau der Bahn und die Senkung der Strompreise investiert worden wären.
Doch die Schienenprojekte bleiben unterfinanziert. Der Hannover Hauptbahnhof, ein zentraler Knotenpunkt für Norddeutschland, kann wegen einer Finanzierungslücke von 2 Milliarden Euro nicht wie geplant 2027 ausgebaut werden. Der Bahnhof ist bereits jetzt ein Nadelöhr, das den Verkehr in der gesamten Region ausbremst. Selbst auf modernisierten Strecken wie Berlin–Hamburg bleibt die Signaltechnik veraltet – wieder wegen knapper Kassen.
Die chronische Unterfinanzierung der Bahninfrastruktur schränkt ihre Rolle als klimafreundliche Alternative zu fossilen Brennstoffen ein. Ohne Ausbau wird der Hannover Hauptbahnhof weiterhin für Verspätungen sorgen. Während die Steuerzahler die hohen Kosten für die Spritsubventionen tragen, streichen die Ölkonzerne dank günstiger Marktbedingungen Millardengewinne ein.
