Sechs Jahre Freundschaft, Laufleidenschaft und Solidarität beim Berlin-Halbmarathon
Greta WolfSechs Jahre Freundschaft, Laufleidenschaft und Solidarität beim Berlin-Halbmarathon
Jedes Jahr im Frühling findet sich eine Gruppe von Freunden in Berlin zum Marathon wieder. In diesem Jahr setzt E. die Tradition fort und bereitet sich auf ihren sechsten Berlin-Halbmarathon vor. Das Event ist längst mehr als nur ein Rennen – es ist eine Gelegenheit, sich auszutauschen, gemeinsam zu essen und eine Sache zu unterstützen, die ihnen am Herzen liegt.
Am Renntag geht die Autorin morgens die Reuterstraße entlang, Musik in den Ohren. Nicht weit entfernt macht E. auf der Flughafenstraße ihre Aufwärmübungen, bekleidet mit einer dünnen roten Jacke – ein Geschenk der Autorin, das sie vor dem Lauf warmhalten soll. Die Jacke ist längst Teil des Rituals geworden, genau wie das jährliche Treffen der Freunde, die sich bei jedem Wetter zusammenfinden. Scheint die Sonne, picknicken sie auf dem Tempelhofer Feld; regnet es, treffen sie sich in E.s Wohnung.
E. läuft nicht nur für sich selbst. Seit sechs Jahren sammelt sie Spenden für Sea-Watch, eine Organisation, die Geflüchtete auf See unterstützt. Ihre Hingabe zeigt sich in ihrem müden, aber entschlossenen Lächeln, wenn sie sich erneut an der Startlinie aufstellt. Nach dem Rennen kochen ihre Freunde für sie und hören zu, wie sie von den Höhen und Tiefen der Strecke erzählt.
Die Autorin erinnert sich, wie E. sie vor fünf Jahren überredete, zum ersten Mal mitzumachen. Mittlerweile ist der Lauf fest in ihr Leben verwoben – geprägt von gemeinsamer Anstrengung, Musik und sogar den Texten von Künstlerinnen wie Björk und Rosalía, deren Stimmen durch Videos und Playlists wehen und Berlins Energie einfangen.
Bis 2026 wird E. den Berlin-Halbmarathon sechsmal absolviert haben. Jeder Lauf vertieft die Freundschaft und ihr Engagement für Sea-Watch. Die Tradition bleibt bestehen, getragen von gemeinsamen Mahlzeiten, Marathon-Geschichten und dem stillen Stolz, Jahr für Jahr dabei zu sein.






