SECO-IT-Panne lässt Arbeitslose monatelang auf Hilfsgelder warten
Defektes IT-System beim Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) führt zu massiven Verzögerungen bei Arbeitslosenhilfe
Ein fehlerhaftes IT-System beim Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) sorgt für erhebliche Verzögerungen bei der Auszahlung von Arbeitslosenleistungen. Viele Anspruchsberechtigte warten mittlerweile wochenlang auf dringend benötigte Gelder. Die anhaltenden Probleme haben Kritik an der Krisenbewältigung des SECO ausgelöst.
Die Schwierigkeiten begannen, als das SECO ein neues Zahlungssystem einführte, das sich als unzuverlässig erwies. Statt die Mängel zügig zu beheben, verharmloste der zuständige Projektleiter die Schwere der Probleme. In der Folge warten tausende Arbeitslose weiterhin auf überfällige Zahlungen.
Die finanzielle Not der Betroffenen verschärft sich zusehends. Manche können Mieten oder Rechnungen nicht fristgerecht begleichen, andere sehen sich mit Säumnisgebühren konfrontiert, die sie sich nicht leisten können. Es gibt Forderungen an den Bund, diese durch die Verzögerungen entstandenen Zusatzkosten zu übernehmen.
Bisher ist es dem SECO und seiner Direktorin, Helene Budliger Artieda, nicht gelungen, den Rückstau abzubauen. Der Bundesrat, unter der Leitung von Wirtschaftsminister Guy Parmelin (SVP), beaufsichtigt zwar die Arbeit des SECO, hat sich jedoch noch nicht öffentlich eingeschaltet. Die Ursachen für die IT-Pannen – und die dadurch entstehenden steigenden Kosten – bleiben unklar.
Der Druck auf Parmelin wächst, endlich zu handeln. Falls das System nicht bald funktionsfähig ist, verlangen Kritiker von ihm eine Erklärung für die anhaltenden Beeinträchtigungen der Betroffenen.
Die Verzögerungen bei den Auszahlungen bereiten Arbeitslosen im ganzen Land weiterhin erhebliche Schwierigkeiten. Ohne schnelle Verbesserungen wird sich die finanzielle Belastung der Anspruchsberechtigten weiter verschärfen. Der Bundesrat sieht sich zunehmend mit der Forderung konfrontiert, einzugreifen und sicherzustellen, dass das System wie vorgesehen funktioniert.






