14 June 2026, 02:05

Selbstbestimmungsgesetz: Streit um Missbrauch und verschärfte Kontrollen

Der Fall Liebich stellt das Selbstbestimmungsrecht infrage

Selbstbestimmungsgesetz: Streit um Missbrauch und verschärfte Kontrollen

Deutschlands Selbstbestimmungsgesetz steht seit seiner Einführung in der Kritik

Gegner des Gesetzes, darunter die rechtsextreme AfD und die unionsgeführte Mitte-rechts-Opposition, lehnen die Regelung seit Langem ab. Ihre Bedenken führten dazu, dass im Koalitionsvertrag eine Evaluierungsklausel verankert wurde, die eine Überprüfung bis Ende Juli vorsah.

Die Klausel verlangt eine Bewertung der Auswirkungen auf Minderjährige, der Fristen für die Änderung des rechtlichen Geschlechtseintrags sowie des Schutzes von Frauen. Die SPD betont, die bestehenden rechtlichen Schutzmechanismen reichten aus, um Missbrauch zu verhindern. Die Union hingegen warnt vor möglichen Schlupflöchern und fordert strengere Kontrollen.

Ein gemeinsamer Vorstoß der Länder Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt zielt nun auf eine Verschärfung des Selbstbestimmungsgesetzes ab. Gefordert werden klare Kriterien, die Standesämtern Eingriffe bei offensichtlichem Missbrauch ermöglichen sollen. Zudem wurde ein Prüfmechanismus für solche Fälle vorgeschlagen.

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Die Debatte verschärfte sich, nachdem der Rechtsextremist Sven Liebich seinen Geschlechtseintrag nach dem Gesetz ändern ließ. Vor Gericht als Marla-Svenja Liebich bekannt, erschien er mit Frauenhut, Kopftuch, Leopardendruck-Oberteil – und einem grauen Schnurrbart. Ein weiterer Fall betraf einen Düsseldorfer Polizeikommissar, der vor einer Beförderung sein rechtliches Geschlecht auf weiblich ändern ließ und dabei angeblich von Frauenförderquoten profitierte.

Die ursprüngliche Frist für die Evaluierung bis Juli wird voraussichtlich verpasst. Eine Entscheidung über die Zukunft des Gesetzes wird nun für später in diesem Jahr erwartet.

Der Fall Liebich hat das Vertrauen der Gesetzesbefürworter erschüttert. Kritiker fordern nun Nachbesserungen, um möglichen Missbrauch zu verhindern. Die verzögerte Überprüfung durch die Koalition wird zeigen, ob das Selbstbestimmungsgesetz geändert wird.

Quelle