11 June 2026, 14:39

Skandal um SIRESP: Rücktritt von Pombeiro wirft Fragen über Nunes' Führungsstil auf

António Pombeiro e Viegas Nunes Nimmt in Parlamentarischer Anhörung zum SIRESP-Streit Platz

Skandal um SIRESP: Rücktritt von Pombeiro wirft Fragen über Nunes' Führungsstil auf

Um das Kommunikationsnetzwerk SIRESP tobt seit Jahren ein Streit, der durch den Rücktritt von António Pombeiro neue Brisanz erhalten hat. Der stellvertretende Generalsekretär des Innenministeriums trat am 22. Mai von seinem Amt zurück und begründete dies mit schweren Bedenken gegenüber der Führung der Siresp S.A. Sein Rückzug fiel zeitlich mit der Wiederernennung von Viegas Nunes zum Präsidenten des Unternehmens zusammen.

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Pombeiro hatte seinen Rücktritt bereits am 28. April eingereicht – noch vor Nunes’ Rückkehr an die Spitze. In diesem ersten Schreiben, das der Nachrichtenagentur Lusa vorliegt, warf er Nunes vor, SIRESP unter die Kontrolle der Streitkräfte bringen zu wollen. Zudem prangerte er zahlreiche Unregelmäßigkeiten und einen möglichen Interessenkonflikt an. Diese Vorwürfe wiederholte er später in seinem endgültigen Rücktrittsschreiben, in dem er explizit auf Nunes’ Führungsstil Bezug nahm.

Das SIRESP-Netz steht seit Langem in der Kritik, insbesondere nach seinen Pannen während der Waldbrände 2017. Weitere Probleme traten während des Stromausfalls 2025 und des Sturms Kristin zutage, was zu umfangreichen Änderungen am System führte. Pombeiro hatte den Minister bereits zuvor auf angebliche Unregelmäßigkeiten hingewiesen, doch es folgte keine interne Untersuchung.

Der Minister verteidigte Nunes und wies Vorwürfe illegaler Machenschaften in dessen Amtsführung zurück. Eine Prüfung durch die Generalinspektion der Finanzen ergab keine Hinweise auf Fehlverhalten. Zudem lobte der Minister Nunes für seinen „außergewöhnlichen und für das Land höchst wertvollen Einsatz“ während seiner Amtszeit von 2022 bis 2024.

Der politische Druck wuchs nach Pombeiros Rücktritt. Die Parteien Liberale Initiative und Chega forderten parlamentarische Anhörungen, um die „schwerwiegenden Vorwürfe“ aus seinem Schreiben zu untersuchen.

Pombeiro verließ sein Amt am selben Tag, an dem Nunes wiederernannt wurde, und begründete dies mit seiner „völligen Unwilligkeit“, die Position weiter auszuüben. Da der Minister die Vorwürfe zurückweist und keine interne Überprüfung stattfand, bleiben die Anschuldigungen ungeklärt. Die angekündigten parlamentarischen Anhörungen könnten nun weitere Aufklärung bringen.

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