"Teuer und risikoreich": Grüne kritisieren Söders Drang nach Mini-Kernkraftwerken - Söders Atompläne spalten Bayern: Mini-AKWs gegen Erneuerbare
In Bayern ist eine Debatte über die Nutzung der Kernenergie entbrannt, nachdem CSU-Chef Markus Söder ein Pilotprojekt für kleine modulare Reaktoren vorgeschlagen hat. In einem Interview mit der Bild am Sonntag am 15. März 2026 bezeichnete er den Plan als "Kernenergie 2.0" und schlug vor, Atomabfälle als Brennstoff wiederzuverwerten. Die Grünen lehnen das Vorhaben scharf ab und bezeichnen es als teuer und riskant.
Söders Vorschlag sieht vor, Mini-Atomkraftwerke in Bayern zu testen, doch über die Ankündigung hinaus gibt es bisher keine konkreten Pläne. Der Freistaat hat zudem bis zu 400 Millionen Euro für einen Fusionsforschungsreaktor in Garching bereitgestellt, doch dieses Projekt steht unabhängig von der Initiative für kleine modulare Reaktoren.
Julia Verlinden, stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, wies den Atomplan entschieden zurück. Kleine Reaktoren seien "eine besonders kostspielige und hochriskante Technologie", die bestehende Energieprobleme nicht löse, erklärte sie. Stattdessen plädierte sie für einen schnelleren Ausbau der Erneuerbaren, die sie als zuverlässiger, günstiger und bereits breiter akzeptiert bezeichnete.
Verlinden betonte, dass Erneuerbare Energien eine weitaus größere Rolle in der bayerischen Stromversorgung spielen könnten. Ein beschleunigter Ausbau würde die Energiesouveränität besser sichern als Investitionen in unausgereifte Atomlösungen, so ihre Argumentation. Die Kritik der Grünen verdeutlicht die anhaltenden Differenzen über die Energiezukunft Deutschlands, bei der Erneuerbare und Atomkraft weiterhin aufeinandertreffen.
Der Streit lässt Bayerns Energiestrategie in der Schwebe. Während Söders Atompläne auf starken Widerstand stoßen, drängen die Grünen auf einen massiven Ausbau der Erneuerbaren. Bisher liegen jedoch keine weiteren Details zum Pilotprojekt für die kleinen Reaktoren vor.