Spritpreise explodieren: Zwei Euro pro Liter durch Nahost-Krise und Hormus-Blockade
Greta WolfKonflikt im Nahen Osten belastet Unternehmen und Pendler - Spritpreise explodieren: Zwei Euro pro Liter durch Nahost-Krise und Hormus-Blockade
Der anhaltende Konflikt im Nahen Osten hat die Kraftstoffpreise in Deutschland in die Höhe getrieben – der Liter Benzin nähert sich der Zwei-Euro-Marke. Seit Oktober 2023 behindern Blockaden in der Straße von Hormus den globalen Handel, halten rund 170 Schiffe fest und lassen die Energiekosten explodieren. Besonders hart trifft die Krise Pendler, kleine Unternehmen und Landwirte, die nun dringend staatliche Hilfen fordern.
Die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt, ist seit der Eskalation des Konflikts im vergangenen Herbst faktisch blockiert. Normalerweise werden etwa 20 Prozent des globalen Öls und Flüssigerdgases (LNG) durch diese Meerenge transportiert. Doch die Sperrung hat Tanker lahmgelegt und die Preise in die Höhe schnellen lassen: Die Kosten für Flüssigerdgas haben sich nahezu verdoppelt, Öl erreicht Rekordstände – und treibt so die deutschen Spritpreise Richtung zwei Euro pro Liter. Zwar bezieht Deutschland nur 0,5 Prozent seines Öls direkt über die Straße von Hormus, doch die globale Marktpanik sorgt dennoch für massive Verwerfungen.
Der drastische Anstieg der Energiepreise setzt Industrie und Haushalte gleichermaßen unter Druck. Susanne Wingertszahn, Landesvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Rheinland-Pfalz, betonte, dass eine geringere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen die Energieversorgung stabiler machen würde. Gleichzeitig warnte der Landesverband der Unternehmerverbände (LVU), dass energieintensive Betriebe zunehmend unter finanziellen Belastungen leiden. Ministerpräsident Alexander Schweitzer verwies darauf, dass vor allem Pendler, Handwerker und Landwirte die Hauptlast der Preissprünge tragen.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil fordert nun Sofortmaßnahmen zum Schutz der Verbraucher. Er plädiert für Reformen des Kartellrechts, um übermäßige Krisengewinne einzudämmen und die Belastung für die am stärksten Betroffenen zu verringern. Auch die neu gewählte Landesregierung steht unter Druck, wettbewerbsfähige Energiepreise zu priorisieren und Bürokratie abzubauen, um angeschlagene Branchen zu entlasten.
Die Blockade der Straße von Hormus wirkt weiter wie ein Brandbeschleuniger auf die globalen Märkte – mit steigenden Kosten und wachsender Unsicherheit. Während in Deutschland Unternehmen und Haushalte die Folgen zu spüren bekommen, drängen Politiker auf Reformen, um die Wirtschaft zu stabilisieren. Langfristig könnte die Krise die Handelsrouten neu ordnen: Länder wie China suchen bereits nach alternativen Lieferanten.