15 March 2026, 04:05

Steffi: Die DDR-Kultpuppe, die Barbie herausforderte und heute Sammler begeistert

Eine Frau in einem gelben Kleid hält eine Puppe, beide mit sanften und neugierigen Gesichtsausdrücken, vor einem hellblauen Hintergrund, mit dem Text "Berliner Leben Magazine - April 1928" und einem Wasserzeichen in der rechten unteren Ecke.

Modepuppe Steffi: Die Barbie des Sozialismus wird 60 - Steffi: Die DDR-Kultpuppe, die Barbie herausforderte und heute Sammler begeistert

1966 brachte die DDR mit Steffi ihre eigene Modepuppe für Teenager auf den Markt – als heimische Alternative zu Barbie und Petra. Schnell entwickelte sie sich zu einem kulturellen Symbol. Hergestellt wurde die Puppe in Waltershausen, einer kleinen Stadt im Thüringer Wald, wo sie durch ihren markanten Stil und ihren erschwinglichen Preis auffiel.

Die Designerin Margot Schmied benannte die Puppe nach ihrer Tochter. Optisch unterschied sich Steffi deutlich von Barbie: Ihr Körperbau war kräftiger, ihre Gesichtszüge ausgeprägter, mit dickem Eyeliner und knallblauem Lidschatten. Ihre voluminöse Hochsteckfrisur aus hochwertigen Kunstfasern blieb stets knotenfrei.

Gefertigt wurde Steffi in der volkseigenen VEB Puppenfabrik Biggi. Mit einem Preis von 16 DDR-Mark galt sie für damalige Verhältnisse als teuer. Dennoch wurde sie häufig exportiert und an ausländische Würdenträger verschenkt – eine wichtige Devisenquelle für das Land.

Zwischen 1979 und 1981 gab es über 50 Berufsoutfits für die Steffi-Dollies, darunter Uniformen von Krankenschwester, Ärztin, Polizistin und Feuerwehrfrau. Bemerkenswert: Steffi wurde bereits in verschiedenen Hauttönen produziert – Jahre bevor die erste offizielle schwarze Barbie auf den Markt kam.

Heute sind vintage Steffi-Puppen begehrte Sammlerstücke. Je nach Zustand und Originalzubehör erzielen sie Preise zwischen 20 und 200 Euro.

Steffis Vermächtnis lebt als einzigartiges Produkt ostdeutscher Handwerkskunst weiter. Ihre vielfältigen Outfits und die frühe Darstellung unterschiedlicher Hautfarben setzten sie von westlichen Konkurrentinnen ab. Für Sammler bleibt sie ein wertvolles Stück Kulturgeschichte aus der Zeit des Kalten Krieges.

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