Streikwelle bei Schwarz-Gruppe: Arbeiter in Sachsen-Anhalt fordern faire Löhne
Amelie KrügerStreikwelle bei Schwarz-Gruppe: Arbeiter in Sachsen-Anhalt fordern faire Löhne
Arbeiter an zwei Schwarz-Gruppe-Standorten in Sachsen-Anhalt streiken für höhere Löhne
Beschäftigte an zwei Betrieben der Schwarz Gruppe in Sachsen-Anhalt haben mit Streiks für bessere Bezahlung begonnen. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) fordert höhere Löhne und kritisiert, dass die aktuellen Einkommen viel zu niedrig seien. Diese Woche finden Proteste bei Bonback in Halle und beim Getränkehersteller MEG in Weißenfels statt.
Die NGG rief die Belegschaft von Bonback im Star Park Halle Queis heute und morgen zum Streik auf. Parallel dazu läuft bei MEG in Weißenfels ein dreitägiger Warnstreik. Beide Unternehmen gehören zur Schwarz Gruppe, zu der auch die Handelsketten Kaufland und Lidl zählen.
Unter dem Motto "Reißt die Lohnmauer nieder" macht die Gewerkschaft auf die Lohnungleichheit in Sachsen-Anhalt aufmerksam. Arbeiter dort verdienen deutlich weniger als an anderen Standorten der Schwarz Gruppe – manche nehmen nur rund 900 Euro im Monat mit nach Hause. Zwar sind die Löhne in der Region in den letzten Jahren stärker gestiegen als in den meisten anderen Bundesländern – von durchschnittlich 42.422 Euro im Jahr 2024 auf 43.780 Euro 2025 –, doch bleiben sie im bundesweiten Vergleich auf niedrigem Niveau.
Bonback firmierte ursprünglich unter dem Namen ARTIback, bevor das Unternehmen vor zwei Jahren von der Schwarz Gruppe übernommen wurde. Trotz jüngster Lohnsteigerungen, darunter ein Anstieg der Baugehälter um 5,1 bis 5,3 Prozent im Jahr 2026, hält die NGG weitere Maßnahmen für notwendig. Sollten die Forderungen nicht erfüllt werden, sind weitere Arbeitsniederlegungen geplant.
Die Proteste der Gewerkschaft richten sich gegen die Lohnungerechtigkeit innerhalb der Schwarz-Gruppe-Betriebe. Die Streiks bei Bonback und MEG werden fortgesetzt, sofern die Verhandlungen nicht zu höheren Löhnen führen. Zwar steigen die Einkommen in Sachsen-Anhalt, doch im Vergleich zu den westdeutschen Bundesländern hinkt die Region weiterhin hinterher – die Tarifkonflikte bleiben damit ungelöst.






