17 June 2026, 20:03

"Südpfeil" am Berliner Stadtschloss entfacht Debatte über Kunst und Ideologie

Deutsche Regierung gibt fast 200.000 Euro für postkoloniale Kunstinstallation aus

"Südpfeil" am Berliner Stadtschloss entfacht Debatte über Kunst und Ideologie

Am Ostflügel des Berliner Stadtschlosses ziert seit Mitte April eine große Pfeilskulptur mit dem Namen Südpfeil die Fassade. Das Werk des Künstlers Jürgen Mayer H. entstand im Rahmen eines staatlich finanzierten Projekts und soll historische Ungerechtigkeiten sowie globale Ungleichheit aus einer linkspostkolonialen Perspektive thematisieren.

Die Bundesregierung stellte für die Installation 185.000 Euro bereit: 120.000 Euro flossen in die Umsetzung, 40.000 Euro deckten die Kosten des Wettbewerbs, und 25.000 Euro waren als Preisgeld vorgesehen. Laut Wettbewerbsausschreibung sollte das Kunstwerk dazu beitragen, den Bereich um den Lustgarten und die Straße Unter den Linden als demokratischen, offenen und vielfältigen Ort zu prägen.

Der Schirmherr des Projekts äußerte die Hoffnung, dass die Skulptur die Berliner Gemeinschaften anregen werde, sich den Ort neu anzueignen. Kritik kam jedoch von dem AfD-Abgeordneten Matthias Helferich, der die Förderung als problematisch bezeichnete. Der Pfeil verpflanze dem Stadtschloss einen „Mythos weißer Schuld“, so Helferich. Er wirft der Installation vor, sie sei ein linkes Vorhaben, um Preußens Rückkehr in die deutsche Identität zu blockieren.

Das Werk steht für eine bewusste künstlerische und politische Aussage und hat eine Debatte über die öffentliche Finanzierung von Kunst mit expliziter ideologischer Botschaft ausgelöst. Die Skulptur bleibt als sichtbares Symbol der Absichten ihrer Schöpfer bestehen.

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