UN-Resolution 1325: 25 Jahre Kampf für Frauenrechte in Krisengebieten bleiben unvollendet
Amelie KrügerUN-Resolution 1325: 25 Jahre Kampf für Frauenrechte in Krisengebieten bleiben unvollendet
Große UN-Konferenz in Wien markiert 25. Jahrestag der Resolution 1325 zu Frauen, Frieden und Sicherheit
Die Veranstaltung findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem Warnungen vor einer verschärften geschlechtsspezifischen Ungleichheit und zunehmender Gewalt gegen Frauen in Konfliktgebieten lauter werden. Vertreterinnen und Vertreter betonten sowohl die historische Bedeutung der Resolution als auch die drängenden Herausforderungen, vor denen Frauen heute noch stehen.
Die Resolution 1325 des UN-Sicherheitsrats wurde am 31. Oktober 2000 einstimmig verabschiedet. Sie erkannte erstmals an, welch verheerende Folgen Kriege speziell für Frauen haben und welche zentrale Rolle sie beim Aufbau von Frieden spielen. Pramila Patten, die Sonderbeauftragte der Vereinten Nationen für sexuelle Gewalt in Konflikten, bezeichnete die Resolution als einen Meilenstein, der die "Friedens- und Sicherheitspolitik für immer verändert" habe.
Doch aktuelle Entwicklungen zeigen, dass die Fortschritte nun rückläufig sind. Patten verwies auf Afghanistan, wo die Rechte der Frauen unter der Herrschaft der Taliban drastisch beschnitten wurden. Weltweit leben 676 Millionen Frauen in einem Umkreis von 50 Kilometern um aktive Konfliktzonen. In den vergangenen zwei Jahren stiegen die bestätigten Fälle konfliktbedingter sexualisierter Gewalt um 87 Prozent – die Opfer sind zwischen einem und 75 Jahre alt.
Kürzungen bei der Finanzierung verschärfen die Krise zusätzlich. Lebensrettende Programme für Frauen verlieren ihre Unterstützung, sodass sich Hilfsorganisationen vor Ort gezwungen sehen, ihre Arbeit einzustellen. Gleichzeitig erreichten die globalen Militärausgaben mit 2,7 Billionen US-Dollar einen Rekordwert, während Friedensförderungsmaßnahmen weiterhin unterfinanziert bleiben.
Auf der Wiener Konferenz betonte die österreichische Außenministerin Beate Meinl-Reisinger, dass Frieden nachhaltiger sei, wenn Frauen einbezogen würden. Sie warnte, dass der Ausschluss der Hälfte der Weltbevölkerung die Erreichung von Stabilität erheblich erschwere.
Der Jahrestag lenkt den Fokus sowohl auf die Errungenschaften der Resolution 1325 als auch auf die wachsenden Bedrohungen für die Sicherheit von Frauen. Angesichts steigender Gewalt und schrumpfender Mittel unterstrichen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Notwendigkeit entschlossenerer Maßnahmen, um die Rolle von Frauen in Friedensprozessen zu stärken. Die Kluft zwischen Militärbudgets und Investitionen in den Frieden bleibt ein zentrales Hindernis für nachhaltigen Wandel.






