17 March 2026, 02:06

UniCredit bietet 35 Milliarden Euro für Commerzbank – doch Berlin blockt

Liniengraph, der den erwarteten Rückgang zukünftiger Ölimporte zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

UniCredit bietet 35 Milliarden Euro für Commerzbank – doch Berlin blockt

UniCredit startet offizielles Übernahmeangebot für Commerzbank im Volumen von fast 35 Milliarden Euro

Die UniCredit hat ein formelles Übernahmeangebot für die Commerzbank vorgelegt, das mit knapp 35 Milliarden Euro bewertet wird. Das am Montag bekannt gegebene Angebot ließ den Aktienkurs der Commerzbank um fast 10 % in die Höhe schnellen. Nun richten sich die Blicke der Anleger auf die Reaktion der deutschen Bundesregierung und der Marktaufsichtsbehörden.

Die geplante Übernahme dominiert derzeit das Handelsgeschehen und überlagert selbst die Sorgen über steigende Ölpreise. Analysten werten den Schritt als strategischen Vorstoß der UniCredit-Führung, um Commerzbank-Vorstandschefin Bettina Orlopp zu Verhandlungen zu drängen.

Das freiwillige öffentliche Kaufangebot der UniCredit bewertet jede Commerzbank-Aktie mit 30,80 Euro bzw. 0,485 neuen UniCredit-Aktien pro gehaltenem Wertpapier. Das Gesamtvolumen beläuft sich auf fast 35 Milliarden Euro – eine der größten geplanten Bankenfusionen der letzten Jahre. Ein offizielles Übernahmepapier wird im Mai erwartet, doch bereits jetzt liegt der Fokus auf der Kursentwicklung der Commerzbank-Aktie.

Das Angebot löste einen sofortigen Kursanstieg aus, der auch den DAX beflügelte. Dennoch notiert der Leitindex weiterhin unter seinem 50-Tage-Durchschnitt und liegt etwa 4,5 % unter dieser wichtigen technischen Marke. Anleger beobachten zudem die 22.900-Punkte-Schwelle als kritische Unterstützungsgrenze.

Die deutsche Bundesregierung lehnt die Übernahme seit Langem ab und bezeichnet sie als "feindlichen" Vorstoß. Bundeskanzler Friedrich Merz und das Finanzministerium betonen erneut ihre Unterstützung für die Unabhängigkeit der Commerzbank und verweisen auf deren systemische Bedeutung. Der Staat hält 12 % der Commerzbank-Anteile und hat keine Verkaufsabsichten. Auch Gewerkschaften wie Verdi sowie der Betriebsrat der Commerzbank verurteilen das Angebot scharf.

Marktbeobachter deuten UniCredits Schritt als taktischen Zug von Vorstandschef Andrea Orcel, um Druck auf Orlopp auszuüben. Gleichzeitig belasten steigende Ölpreise zyklische Aktien und die Reisebranche – die Kurse von Lufthansa und TUI gaben nach. Demgegenüber verzeichneten Bayer und Siemens Energy dank positiver Unternehmensmeldungen Gewinne.

Der Übernahmeversuch, der erstmals im September 2024 bekannt wurde, ist erneut ein zentrales Thema in Finanzkreisen. Zwar hat das Angebot den Commerzbank-Kurs beflügelt, doch die allgemeine Marktstimmung bleibt gespalten: Einige Sektoren profitieren, andere leiden unter den schwankenden Ölpreisen.

Der Erfolg der geplanten Fusion hängt nun von regulatorischen Genehmigungen und der Haltung der Commerzbank ab. Die klare Ablehnung durch die Bundesregierung und den Widerstand der Gewerkschaften erhöhen die Unsicherheit. Sollte die Übernahme gelingen, würde sie die deutsche Bankenlandschaft grundlegend verändern – doch der Widerstand wichtiger Akteure könnte die Verhandlungen in die Länge ziehen oder das Vorhaben ganz scheitern lassen.

Der Kursanstieg der Commerzbank-Aktie spiegelt zwar die Optimismus der Anleger wider, doch die schwächere technische Position des DAX deutet auf eine insgesamt vorsichtige Marktstimmung hin.

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