25 June 2026, 00:06

Vatikan lehnt Laienpredigten ab – deutsche Bischöfe müssen zurückstecken

Deutschland: Vatikan lehnt Anfrage für Laienhomilien ab, löst Widerstand bei Laiengruppen aus

Vatikan lehnt Laienpredigten ab – deutsche Bischöfe müssen zurückstecken

Der Vatikan hat einen Antrag der deutschen Bischofskonferenz abgelehnt, Laien unter bestimmten Umständen die Predigt während der Heiligen Messe halten zu lassen. Die Entscheidung bestätigt die bestehende kirchliche Lehre, wonach die Homilie ausschließlich von einem Priester oder Diakon vorgetragen werden darf. Kardinal Arthur Roche, Präfekt des Dikasteriums für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, erließ die Regelung in einem Schreiben vom 17. Juni.

Die Deutsche Bischofskonferenz hatte um die Erlaubnis gebeten, qualifizierten Laien die Predigt an Sonn- und Feiertagen zu gestatten, sofern seelsorgerische Notwendigkeiten dies erfordern. Der Antrag war Teil des umstrittenen „Synodalen Wegs“, der von Papst Franziskus bereits Kritik erfahren hatte – dieser warf den deutschen Bischöfen vor, von Ideologie statt vom Glauben geleitet zu sein.

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In seiner Antwort berief sich Kardinal Roche auf das vatikanische Dokument Redemptionis Sacramentum aus dem Jahr 2004. Darin wird die Homilie als wesentlicher Bestandteil der Wort-Gottes-Feier definiert, der nicht an Laien übertragen werden dürfe. Auch das Kirchenrecht behält diese Aufgabe ausschließlich geweihten Amtsträgern vor.

Die deutschen Bischöfe nahmen die Entscheidung zur Kenntnis und bestätigten, dass nicht ordinierte Personen während der Eucharistiefeier nicht predigen dürfen. Unterdessen verurteilte der Katholische Deutsche Frauenbund (KDF) die Regelung scharf. Die Organisation wirft dem Vatikan vor, Frauen damit erneut von zentralen liturgischen Aufgaben auszuschließen.

Irme Stetter-Karp, Vorsitzende des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), erklärte, man werde das Thema trotz der vatikanischen Absage weiter mit den Bischöfen vorantreiben.

Die Entscheidung des Vatikans unterstreicht die langjährige Regel, dass nur Priester oder Diakone die Homilie halten dürfen. Deutsche katholische Gruppen zeigten sich enttäuscht, schlossen aber weitere Gespräche nicht aus. Zwar ist dieser konkrete Antrag damit abgelehnt, doch bleibt die grundsätzliche Debatte über die Einbindung von Laien in der Kirche ungelöst.

Quelle