Wer soll Deutschlands nächster Bundespräsident werden – und warum das Amt neu gedacht werden muss
Greta WolfWer soll Deutschlands nächster Bundespräsident werden – und warum das Amt neu gedacht werden muss
Eine neue Debatte über die Rolle und Auswahl des nächsten deutschen Bundespräsidenten ist entbrannt. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob die Besetzung des Amtes nach parteipolitischen Gesichtspunkten erfolgen sollte oder ob es vielmehr darauf ankommt, jemanden zu finden, der die tiefsten gesellschaftlichen Gräben überbrücken kann. Der Autor plädiert für eine Führungspersönlichkeit, die mit Ehrlichkeit, Differenziertheit und der Bereitschaft auftritt, sich auch unangenehmen Themen zu stellen.
Das Geschlecht, so die Argumentation, sollte dabei nicht den Ausschlag geben – entscheidend sei vielmehr, ob der Kandidat oder die Kandidatin in der Lage ist, alle Teile der Gesellschaft einzubinden, einschließlich derer mit gegensätzlichen Ansichten.
Das aktuelle Verfahren zur Wahl des Bundespräsidenten steht in der Kritik. Der Autor wirft den Parteien vor, ihre Eigeninteressen in den Vordergrund zu stellen und damit die Chance auf eine Persönlichkeit zu vertun, die wirklich beim Volk ankommt. Stattdessen schlägt er vor, stärker auf Bewerber zu setzen, die Widersprüche und Interessenkonflikte klar benennen und bewältigen können.
Als Beispiel für die gewünschte Debattenkultur werden die öffentlichen Reden von Robert Habeck angeführt. Der nächste Bundespräsident, so die Forderung, solle Kontroversen nicht aus dem Weg gehen, sondern mit Energie und Überzeugungskraft in die gesellschaftliche Auseinandersetzung eingreifen – auch mit den Wählern der AfD, statt sie auszuschließen.
Das Amt erfordert jemanden, der die Bedeutung der gegenwärtigen Zeit erkennt. Der Präsident oder die Präsidentin muss so kommunizieren, dass es die Menschen sowohl emotional als auch intellektuell anspricht. Zwar wird die Idee einer Bundespräsidentin diskutiert, doch betont der Autor, dass es vor allem auf rhetorische Stärke und geistige Schärfe ankommt – nicht auf das Geschlecht allein.
Bewerbungen für das Amt sind unabhängig vom Geschlecht willkommen. Priorität hat die Suche nach einer Persönlichkeit, die Probleme direkt angeht und zu gemeinschaftlichem Lösungsdenken anregt.
Der Aufruf zu einem neuen Ansatz bei der Auswahl des Bundespräsidenten spiegelt den Wunsch nach einer Führung wider, die über politische Rücksichtnahme hinausgeht. Der nächste Amtsinhaber oder die nächste Amtsinhaberin sollte in der Lage sein, die Komplexität der Gegenwart verständlich zu vermitteln und unterschiedliche Teile der Gesellschaft zusammenzuführen. Ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt, wird weniger entscheidend sein als die Fähigkeit, Menschen zu erreichen, zu fordern und zu bewegen – und damit die zukünftige Wirkung des Amtes zu prägen.






