Wiener Festwochen 2024: Zwischen Rekordbesuchern und polarisierenden Inszenierungen
Lukas FrankeWiener Festwochen 2024: Zwischen Rekordbesuchern und polarisierenden Inszenierungen
Die Wiener Festwochen präsentierten in diesem Jahr eine Mischung aus mutigen und polarisierenden Aufführungen. Einige Produktionen begeisterten, andere fielen bei Kritikern und Publikum gleichermaßen durch. Laut einem der Veranstalter lockte das Festival zudem eine Rekordzahl an Besuchern an.
Milo Raus Inszenierung Republik der Götter lief fünf Wochen lang als Teil des Festivals. Er bezeichnete das Stück als das „größte Drama aller Zeiten“ und als Weltpremiere. Rau sprach zudem von fast 196.000 Besuchern – eine Angabe, die bisher nicht bestätigt wurde.
Nicht alle Aufführungen konnten überzeugen. Nestervals Adaption der Nibelungensage wurde weitgehend verrissen. Susanne Kennedys Parsifal wirkte statisch, während Das tragische Schicksal der Sonata Nr. 2 mit einer trockenen Vorlesung verglichen wurde. Demgegenüber stach Angélica Liddells Seppuku: Die Bestattung Mishimas oder Die Lust am Sterben als Höhepunkt hervor.
Florentina Holzingers Pfingstspiel bot einen spektakulären Moment, als eine Performerin an einer Hotelfassade abseilte und einen BMW „zähmte“. Patti Smith gab während des Festivals Gastauftritte. Thorsten Lensings Tanzende Idioten und Brigitta Muntendorfs Der Tag davor ernteten großes Lob. Den Abschluss bildete Turn des Gob Squad, ein interaktives Stück, das sich mit dem Thema des Doppelgängers auseinandersetzte.
Das Festival zeigte ein breites Spektrum – von gefeierten Werken bis zu solchen, die ihr Ziel verfehlten. Sollten sich die Besucherzahlen bestätigen, wäre dies ein neuer Rekord. Die Kombination aus experimentellem und traditionellem Theater hinterließ bei den Gästen einen bleibenden Eindruck.






