Belarus verkauft Häftlingsware: Möbel und Souvenirs zu Dumpingpreisen
Amelie WeberBelarus verkauft Häftlingsware: Möbel und Souvenirs zu Dumpingpreisen
In Belarus verkauft eine staatliche Einzelhandelskette Waren, die von Häftlingen im ganzen Land hergestellt werden. Betrieben wird die Kette vom Strafvollzugsdienst und bietet alles von Möbeln bis hin zu Souvenirs zu niedrigen Preisen an. Viele der Artikel entstehen in Justizvollzugsanstalten, wo Inhaftierte für minimalen Lohn arbeiten.
Die Kette umfasst sowohl stationäre Geschäfte als auch einen Online-Shop. In einer Filiale in Babrujsk wird eine hölzerne Adlerfigur für 80 Rubel angeboten. Eine globusförmige Uhr ist dort für fast denselben Betrag erhältlich.
Gemälde im selben Laden kosten 137 Rubel, Grills sind bereits ab 16 Rubel zu haben. Größere Artikel wie Kleiderschränke werden für unter 400 Rubel verkauft.
Die Häftlinge – darunter auch politische Gefangene – erhalten für ihre Arbeit nur symbolische Löhne. Der bekannte Inhaftierte Viktar Babaryka bekam anfangs monatlich 1,60 Rubel. Nicht-politische Gefangene können ihre Verdienste nutzen, um Schadensersatz zu leisten, und sich so mitunter eine vorzeitige Entlassung sichern.
Die Einzelhandelskette bietet günstige Waren an und stützt sich dabei auf die Arbeit von Gefangenen. Die Häftlinge fertigen Möbel, Dekorationsartikel und Haushaltswaren für den Verkauf. Das System ermöglicht es einigen Inhaftierten, ihre Haftstrafen durch Arbeitsleistungen zu verkürzen.






