07 June 2026, 14:30

Bundesregierung schafft umstrittene Lehrkarriere-Behörde Usicamm ab – doch was kommt stattdessen?

CNTE erlangt Kontrolle über Plätze mit Regierungsangebot, Warnungen; sieht Risiken beim Kaufen und Verkaufen

Bundesregierung schafft umstrittene Lehrkarriere-Behörde Usicamm ab – doch was kommt stattdessen?

Die Bundesregierung hat Pläne bekannt gegeben, die Einheit für Lehrerkarrieren (Usicamm) abzuschaffen, eine Behörde, die für die Verwaltung von Einstellungen und Beförderungen im Lehrberuf zuständig ist. Die Entscheidung folgt auf langjährige Kritik von Bildungsgewerkschaften und Bedenken hinsichtlich der Transparenz bei Einstellungsverfahren.

Usicamm war im September 2019 unter dem Bildungsministerium (SEP) gegründet worden, um die Auswahl, Anstellung, Beförderung und Versetzung von Lehrkräften zu überwachen. Ihre Arbeit stieß jedoch auf anhaltenden Widerstand, insbesondere vonseiten der Nationalen Koordinationsstelle der Bildungswerker (CNTE), die wiederholt ihre Abschaffung gefordert hatte.

Am 15. Juni soll eine plural zusammengesetzte Arbeitsgruppe gebildet werden, die eine Reforminitiative zur Ablösung von Usicamm ausarbeitet. Innenministerin Rosa Icela Rodríguez, Bildungsminister Mario Delgado und der Generaldirektor des ISSSTE, Martín Batres, stellten den Vorschlag gemeinsam vor. Ziel ist es, bis 2025 ein „gerechteres und transparenteres System“ für die Einstellung, Beförderung und Anerkennung von Lehrkräften zu schaffen.

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Kritiker warnen, dass die Abschaffung von Usicamm ohne ein solides rechtliches Rahmenwerk zu einem Wiederaufflammen illegaler Praktiken führen könnte. Erik Avilés argumentierte, das System sei von Anfang an fehlerhaft gewesen, und seine Abschaffung berge die Gefahr, einen Schwarzmarkt für Lehrstellen neu zu beleben. Marco Fernández teilte diese Bedenken und betonte, dass ohne klare Aufsicht und Rechenschaftspflicht das neue System alte Fehler wiederholen könnte.

Nach den aktuellen Regeln wird die Mobilität von Lehrkräften nach Dienstalter sowie drei weiteren Kriterien geregelt: persönliche öffentliche Einstellungsveranstaltungen, die Veröffentlichung freier Stellen und die Nähe zu den Heimatgemeinden der Lehrkräfte.

Der Regierungsplan zur Ersetzung von Usicamm geht nun in die Phase der Arbeitsgruppe über; mit konkreten Reformen wird bis 2025 gerechnet. Wird die Aufsicht nicht wirksam durchgesetzt, könnte das Fehlen eines regulierten Systems den illegalen Handel mit Haushaltsstellen für Lehrpositionen wieder aufkeimen lassen.

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