17 April 2026, 21:08

CNews feuert Star-Moderator Jean-Marc Morandini nach Verurteilung wegen sexueller Belästigung

Titelseite der französischen Zeitung *Franc-Tireur* mit der Schlagzeile "Cette Fois, Paris Fait La Guerre" und Fotos eines Mannes im Anzug, einer Frau in einem Kleid, eines Mannes mit Hut und einer Frau mit einem Stock.

CNews feuert Star-Moderator Jean-Marc Morandini nach Verurteilung wegen sexueller Belästigung

CNews, Frankreichs meistgesehener 24/7-Nachrichtensender, trennt sich von seinem Star-Moderator Jean-Marc Morandini. Die Entscheidung folgt auf dessen Verurteilung im Januar 2023 wegen sexueller Belästigung und der Ausnutzung junger Nachwuchsmoderatoren. Der Eigentümer Vincent Bolloré, der sich selbst als "katholisch-konservativ" bezeichnet, hatte Morandini zunächst unterstützt, zwang ihn nun aber zum Abschied vom Bildschirm.

Morandinis Niedergang begann im Januar 2023, als ein Gericht feststellte, dass er mehrere junge Frauen – und einen Mann – mit unerwünschten sexuellen Nachrichten belästigt hatte. Zudem wurde er schuldig gesprochen, TV-Auftritte gegen explizite Fotos angeboten zu haben. Das Urteil löste innerhalb von CNews eine Welle der Empörung aus; mehrere Prominente des Senders distanzierten sich von ihm. Die führende Moderatorin Sonia Mabrouk kündigte aus Protest gegen seine weitere Präsenz.

Bolloré, der Morandini nach dem Urteil noch getroffen und im Amt belassen hatte, änderte nun überraschend seine Haltung. Am Montag verkündete Morandini seinen Rücktritt live im Programm – ein abruptes Ende für den rechtspopulistisch geprägten Sender. Die Entscheidung fällt in eine Phase erhöhter Kritik: CNews sieht sich wiederholt mit Strafen der französischen Medienaufsicht Arcom konfrontiert, unter anderem wegen Verstößen gegen Rundfunkrichtlinien.

Der Erfolg von CNews beruht auf kostengünstigen Talkshows, die oft polarisierende Themen wie Migration, Kriminalität oder Abtreibung behandeln. Mit neun Millionen täglichen Zuschauern dominiert der Sender die französische Medienlandschaft. Doch der Morandini-Skandal hat interne Spannungen offengelegt – besonders, seit Mabrouks Abgang eine Lücke im Programm hinterlassen hat.

Auch der Sender selbst stand bereits in der Kritik: Im September 2022 sorgte ein geleaktes Video für Aufsehen, das Gespräche zwischen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und Sozialisten über Medienstrategien zeigte – Vorwürfe der Voreingenommenheit waren die Folge. CNews positionierte sich unter Bollorés konservativer Führung als Alternative, doch nun geraten eigene ethische Verfehlungen in den Fokus.

Morandinis Abgang entfernt zwar eine prägende Figur von CNews, wirft aber Fragen zur Zukunft des Senders auf. Bereits jetzt hat der Kanal wichtige Moderatoren verloren – darunter Mabrouk – und muss weiterhin mit regulatorischen Sanktionen kämpfen. Für Bolloré markiert die Entscheidung einen Strategiewechsel, um die Marke angesichts wachsender Kritik zu stabilisieren.

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