28 March 2026, 18:08

Deutsche Industrie im Umbruch: Warum die Angst vor Deindustrialisierung übertrieben ist

Schwarzes und weißes Foto eines Fabrikinneren mit Arbeitern, die an einer Maschine arbeiten, umgeben von Metallstangen und -pfählen, beschriftet mit "Neue Eisenglebeerei, die erste Fabrik in Deutschland" unten.

Deutsche Industrie im Umbruch: Warum die Angst vor Deindustrialisierung übertrieben ist

Die deutsche Industrie im Wandel – doch die Angst vor Deindustrialisierung ist übertrieben

Drei große Studien des ifo-Instituts, des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und der Bertelsmann-Stiftung zeigen: Der Industriesektor durchläuft einen tiefgreifenden Strukturwandel, nicht aber einen Niedergang. Die Herausforderung liegt nun darin, die Politik so auszurichten, dass sie diese Transformation unterstützt.

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Ein genauer Blick auf die Zahlen offenbart ein gemischtes Bild. Zwar stammen 76 Prozent der Bruttowertschöpfung des verarbeitenden Gewerbes aus Branchen mit wachsender Nachfrage in den vergangenen fünf Jahren – doch der Automobilsektor bildet eine auffällige Ausnahme. Die deutschen Pkw-Exporte nach China sind seit 2020 um 30 Prozent eingebrochen: von 1,17 Millionen Fahrzeugen auf nur noch 795.000 im Jahr 2023. Gründe dafür sind der wachsende Wettbewerb durch chinesische E-Auto-Hersteller wie BYD, die nachlassende Nachfrage aufgrund der wirtschaftlichen Abkühlung Chinas sowie die neuen EU-Zölle.

Selbst in traditionellen Bereichen wie der Metallverarbeitung oder der Chemie dominieren mittlerweile hochdynamische Segmente. Die meisten Industrieunternehmen verzeichnen in ihren Portfolios Produkte mit steigender Nachfrage. Doch der breitere Wandel hin zu einer wachstumsorientierten Produktion hat in Deutschland noch nicht vollständig Fuß gefasst.

Experten fordern, dass die Politik sich von der Bewahrung veralteter Strukturen verabschieden muss. Stattdessen sollte sie Rahmenbedingungen schaffen, die Innovation fördern. Ein diskutiertes Modell sieht vor, die Produktentwicklung in Deutschland zu belassen, während die Fertigung ins Ausland verlagert wird. Angesichts des schrumpfenden Arbeitskräftepotenzials könnten solche Strategien helfen, die industrielle Stärke des Landes zu erhalten.

Die Studien zeichnen ein klares Bild: Die deutsche Industrie bricht nicht zusammen, sie verändert sich. Ob dieser Wandel gelingt, hängt davon ab, ob Unternehmen und Politik sich an die veränderte globale Nachfrage anpassen. Ohne gezielte Innovationsförderung jedoch bleibt die Transformation unvollendet.

Quelle